Nach Luftschlag Frankreich meldet Tötung von afrikanischem IS-Anführer

Soumana Boura hat 2020 im Niger Entwicklungshelfer ermordet. Nun hat die französische Armee den regionalen Anführer der Extremisten-Miliz »Islamischer Staat« eigenen Angaben zufolge getötet.
Bewaffnete Polizisten in Niamey: 2020 wurden in der Nähe von Nigers Hauptstadt mehrere französische Staatsbürger getötet

Bewaffnete Polizisten in Niamey: 2020 wurden in der Nähe von Nigers Hauptstadt mehrere französische Staatsbürger getötet

Foto: Arne Immanuel Bänsch / dpa

Bei einem Terroranschlag kamen 2020 mehrere Franzosen im Niger ums Leben. Nun haben die französischen Streitkräfte eigenen Angaben zufolge einen der Verantwortlichen getötet.

Der Dschihadist Soumana Boura war ein führendes Mitglied der Terrororganisation »Islamischer Staat« in der Sahelzone (ISGS). Er sei mit einem Luftanschlag bei Tillabéri »neutralisiert« worden, teilte Frankreichs Armee mit. Der Getötete führte demnach eine Gruppe von einigen Dutzenden Kämpfern an.

Der ISGS ist ein bedeutender Ableger des IS. Er wird vor allem für Anschläge in den Sahel-Staaten Niger, Burkina Faso und Mali verantwortlich gemacht. Die Sahelzone erstreckt sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer. Hier sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv, einige haben dem IS oder al-Qaida die Treue geschworen.

Im August 2020 hatten schwer bewaffnete Täter auf Motorrädern sechs Franzosen und zwei Nigrer in einem Naturpark östlich von Niamey angegriffen. Fast alle Opfer arbeiteten für eine Hilfsorganisation. Der IS übernahm die Verantwortung für den tödlichen Angriff. Der nun Getötete Boura war laut französischer Armee einer der Angreifer. Den Angaben zufolge hatte der Islamist die Ermordung der Opfer gefilmt und die Veröffentlichung der Aufnahmen gesteuert.

Frankreich ist als ehemalige Kolonialmacht im Niger und im benachbarten Mali führend am Kampf gegen islamistische Rebellen beteiligt, die mit der IS-Miliz und der Islamisten-Organisation al-Qaida in Verbindung stehen. In Mali ist auch die Bundeswehr im Rahmen der Uno-Friedenstruppe Minusma und eines europäischen Ausbildungseinsatzes aktiv. Dort waren erst Anfang Dezember sieben Uno-Blauhelmsoldaten getötet worden.

Wie in Mali hat auch im Niger die Regierung kaum Kontrolle über die wüstenartigen Weiten außerhalb der Städte. Das Land mit 23 Millionen Einwohnern steht beim Index für Menschliche Entwicklung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) auf dem letzten Platz von 189 Ländern. In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu tödlichen Angriffen. Die Terroristen nehmen dabei zunehmend die Zivilbevölkerung ins Visier.

asc/dpa/Reuters/AFP