Macron zur Attacke in Nizza "Ganz Frankreich wurde angegriffen"

Nach dem tödlichen Messerangriff ist Frankreichs Präsident Macron nach Nizza gereist. Vor Ort verurteilte er die Tat als "islamistischen Terroranschlag" - und kündigte neue Schutzmaßnahmen an.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist nach der tödlichen Attacke nach Nizza gereist

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist nach der tödlichen Attacke nach Nizza gereist

Foto: Eric Gaillard / dpa

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die tödliche Messerattacke in Nizza als "islamistischen Terroranschlag" eingestuft und entschieden verurteilt. Er kündigte an, die Zahl an Soldatinnen und Soldaten zum Schutz von Gebäuden im Land mehr als zu verdoppeln.

Am Donnerstagmorgen hatte ein mutmaßlicher islamistischer Angreifer mindestens drei Menschen getötet und sechs weitere verletzt. Macron war nach Nizza gereist, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen.

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Ganz Frankreich werde attackiert, sagte Macron. "Wenn wir angegriffen werden", so Macron weiter, "dann aufgrund unserer Werte, unserer Freiheit und unserer Standhaftigkeit gegen den Terror". Doch das Land werde im Streit um seine Werte "nicht klein beigeben". 

Ein Plus an Soldatinnen und Soldaten solle laut Macron helfen, wichtige Orte wie Gotteshäuser und Schulen zu bewachen. Statt gegenwärtig rund 3000 sollen demnach künftig 7000 Soldaten bereitgestellt werden.

DER SPIEGEL

In Frankreich gilt die höchste Terrorwarnstufe

Der mutmaßlich islamistische Angreifer in Nizza war am Morgen in die Kirche Notre-Dame eingedrungen und hatte dort mit einem Messer mehrere Menschen attackiert. Polizeikräfte konnten den Angreifer festnehmen, die Pariser Antiterrorstaatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Im ganzen Land wurde die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

Nach Informationen der Deutschen Nachrichten-Agentur handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Mann, der 1999 in Tunesien geboren wurde. Er soll nach Angaben des französischen Abgeordneten Éric Ciotti über die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa eingereist sein:

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Auch die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass der Mann auf Lampedusa mit anderen Migranten in die EU eingereist und auf der Insel registriert worden sei. Die Ermittler haben sich bisher noch nicht zum Täter und zum Ablauf der Tat geäußert.

Die Attacke in Nizza war nicht der einzige gegen Frankreich gerichtete mutmaßlich islamistische Angriff. Nur kurze Zeit nach der Tat hatten Polizisten in einem Örtchen nahe Avignon einen mutmaßlichen Angreifer getötet, der Passanten mit einer Waffe bedroht haben soll. Nach Medienberichten soll es sich um einen rechtsextremen Angreifer handeln.

In Saudi-Arabien wurde zudem ein Mann festgenommen, nachdem er einen Wachmann des französischen Konsulats in Dschidda mit einem Messer verletzt hatte.

Islamische Länder wiegeln seit Tagen gegen Macron auf

Seit Tagen gibt es in vielen islamischen Ländern wütende Proteste gegen Frankreich. Politiker unter anderem aus der TürkeiIran und Ägypten empörten sich über das erneute Zeigen von Mohammed-Karikaturen in französischen Medien. Unter anderem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan rief zum Boykott auf und attackierte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron scharf.

Erst vor zwei Wochen war ein Lehrer in einem Vorort von Paris enthauptet worden. Das Verbrechen hatte im ganzen Land Entsetzen ausgelöst. Nach der Tat hatte Macron das Zeigen von Mohammed-Karikaturen verteidigt.

mrc/AP/AFP/Reuters
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