»Unglaublich besorgniserregend« Atomenergiebehörde fürchtet baldigen Atomtest in Nordkorea

Man halte »den Atem an«: Laut der Internationalen Atomenergiebehörde mehren sich die Anzeichen, dass das nordkoreanische Regime einen nuklearen Test durchführen wird.
Nordkoreanischer Machthaber Kim Jong Un bei Raketentest (am 9. Oktober 2022 veröffentlichtes Foto)

Nordkoreanischer Machthaber Kim Jong Un bei Raketentest (am 9. Oktober 2022 veröffentlichtes Foto)

Foto: KCNA / via REUTERS

Teilweise mehrfach pro Woche waren zuletzt Raketentests aus Nordkorea gemeldet worden. Und auch die verbalen Drohgebärden aus Pjöngjang  hatten sich verschärft. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mehren sich die Hinweise für einen bevorstehenden Atomtest durch Nordkorea.

»Wir hoffen, dass es nicht passiert, aber die Anzeichen gehen leider in die genau andere Richtung«, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Donnerstag in New York. Die IAEA beobachte entsprechende Vorbereitungen in der Autokratie. Jeder halte deswegen »den Atem an«, sagte Grossi weiter.

Ein nuklearer Test wäre eine weitere Bestätigung dafür, dass das Programm »auf unglaublich besorgniserregende Weise mit Volldampf voranschreitet« und Pjöngjang sein Arsenal weiter verfeinere.

Experten rechnen damit, dass Machthaber Kim Jong Un in den kommenden Wochen seinen ersten Atomtest seit 2017 durchführen könnte.

Seit Ende September hat das nordkoreanische Militär in ungewohnt hoher Frequenz Raketentests durchgeführt. Damit sollte laut Aussage der Regierung auch der Beschuss von südkoreanischen Flugplätzen mit taktischen Nuklearwaffen simuliert werden. Bei einem Waffentest, der von Diktator Kim persönlich überwacht wurde, kamen demnach Attrappen nuklearer Sprengköpfe zum Einsatz.

Dunkle Erinnerungen an 2017

Bei den Flugkörpern seien Schein-Nuklearsprengköpfe eingesetzt worden, um eine starke Botschaft der Kriegsabschreckung zu vermitteln, hieß es aus Nordkorea. Die verschiedenen Tests simulierten den Beschuss von militärischen Kommandoeinrichtungen, den Angriff auf wichtige Häfen und die Neutralisierung von Flughäfen im Süden.

Anfang Oktober hatte Pjöngjang zudem erstmals seit fünf Jahren eine Mittelstreckenrakete über die japanische Inselgruppe fliegen lassen. Das letzte Mal, als Nordkorea 2017 eine Rakete über Japan fliegen ließ, führte das Land nur wenige Tage später einen Atomwaffentest durch.

Uno-Resolutionen untersagen Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf befördern können.

jok/dpa
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