Reaktion auf Sanktionen Nordkorea deutet mögliche Wiederaufnahme von Atomtests an

Seit Längerem fürchtet das Ausland, Nordkorea könne wieder Atomtests durchführen. Das Politbüro in Pjöngjang quittierte die Ankündigung neuer Sanktionen mit einer vagen Drohung.
Fernsehübertragung eines nordkoreanischen Raketentests in Südkorea

Fernsehübertragung eines nordkoreanischen Raketentests in Südkorea

Foto: JUNG YEON-JE / AFP

In den vergangenen Monaten hat Nordkorea ungewöhnlich viele Raketen getestet. Allein seit Jahresbeginn sollen nach Angaben des Regimes mindestens viermal Hyperschallraketen in die Luft gefeuert worden sein. Nach neuen Sanktionen der USA hat Pjöngjang nun indirekt damit gedroht, wieder Atombomben und Interkontinentalraketen zu testen. Das Politbüro der Arbeiterpartei habe bei einem Treffen am Mittwoch angeordnet, die von Nordkorea selbst getroffenen vertrauensbildenden Maßnahmen zu überdenken und »unverzüglich zu prüfen, sämtliche vorübergehend suspendierten Aktivitäten wiederaufzunehmen«, berichteten die Staatsmedien am Donnerstag. Experten sahen darin eine Anspielung auf den von Nordkorea 2018 selbst gesetzten Teststopp für Langstreckenraketen und Atomwaffen.

Vorwurf: US-Regierung verfolge »feindselige Politik«

Bei dem von Machthaber Kim Jong Un geleiteten Parteitreffen wurde nach den Berichten darüber diskutiert, wie die Maßnahmen gegen die USA künftig ausgerichtet sein sollten. Der US-Regierung wurde vorgeworfen, eine feindselige Politik zu verfolgen und »eine Gefahrenlinie« erreicht zu haben. Die Aufgabe der nationalen Verteidigung müsse es daher sein, die »physischen Mittel zu stärken, durch die die feindseligen Aktionen der USA« kontrolliert werden.

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Es gibt im Ausland seit Längerem die Befürchtung, Nordkorea könnte seine Atomtests wiederaufnehmen. Schon Ende 2019 hatte Kim erklärt, dass sich Pjöngjang grundsätzlich nicht mehr an sein Testmoratorium gebunden sehe. Hintergrund waren die fehlenden Fortschritte in den Verhandlungen der USA mit Nordkorea über sein Atomwaffenprogramm.

Zuletzt hatte das US-Finanzministerium neue Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen. Unter anderem wurden fünf Nordkoreaner auf die Sanktionsliste gesetzt, denen das Ministerium vorwarf, Güter für die Massenvernichtungs- und Raketenprogramme ihres Landes zu beschaffen. Zudem beabsichtigen die USA, neue Sanktionen durch die Vereinten Nationen durchzusetzen.

Die USA reagierten damit auf sechs Tests mit ballistischen Raketen von kurzer Reichweite, die Nordkorea seit dem vergangenen September durchgeführt hat. Uno-Resolutionen untersagen dem Land solche Tests. Ballistische Raketen befördern je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe.

muk/dpa
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