Untersuchungen laufen Nordkorea feuert Geschosse ab – möglicher ballistischer Raketentest

Ein Test am Wochenende war in den USA noch entspannt beobachtet worden – doch nun hat das Regime in Pjöngjang erneut Raketen gestartet. Und diese könnten eine schärfere Reaktion provozieren.
Nordkorea Diktator Kim Jong Un (Archivbild)

Nordkorea Diktator Kim Jong Un (Archivbild)

Foto: POOL / REUTERS

Nordkorea hat Seoul zufolge zwei »nicht identifizierte Geschosse« ins Japanische Meer abgefeuert. Das südkoreanische Militär machte keine weiteren Angaben zu dem Vorfall am Donnerstagmorgen (Ortszeit). Es könnte sich allerdings um den ersten ballistischen Raketentest Nordkoreas seit dem Amtsantritt von US-Präsident Joe Biden gehandelt haben. Entsprechende Analysen sollen hier bald Klarheit bringen.

Erst am Wochenende hatte Pjöngjang einen Raketentest vorgenommen. Dabei handelte es sich jedoch um zwei nicht-ballistische Kurzstreckenraketen. Sie wurden wenige Tage nach dem Besuch von US-Außenminister Antony Blinken und Verteidigungsminister Lloyd Austin gezündet.

Dieser Test war von Biden und seinen Experten noch als vergleichsweise weiches Signal gewertet worden – und hatte keine scharfe Reaktion aus Washington provoziert. Das könnte allerdings anders aussehen, wenn nun tatsächlich ballistische Raketentests durchgeführt sein sollten. Uno-Resolutionen verbieten dem isolierten Land den Test solcher Raketen, die auch einen Nuklearsprengkopf tragen können.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte die USA kürzlich als »größten Feind« des Landes bezeichnet. Die USA haben 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert und auch eine bedeutsame Militärpräsenz in Japan.

Von Annäherung beider Länder derzeit keine Spur

Kim hatte in den vergangenen Jahren auf eine Annäherung an Bidens Vorgänger Donald Trump gesetzt, um eine Aufhebung von Sanktionen zu erreichen, die wegen des nordkoreanischen Atomprogramms verhängt worden waren. Beide Staatenlenker trafen sich drei Mal persönlich. Das letzte Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim im Februar 2019 in Hanoi scheiterte jedoch.

Seitdem liegen die Verhandlungen zwischen Washington und Pjöngjang über einen Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms auf Eis. Auch die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea verschärften sich wieder.

jok/AFP
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