Test von Flugkörpern Nordkorea feuert Raketen ab – wenige Stunden nach Joe Bidens Abreise

Das Timing dürfte kein Zufall gewesen sein: Kurz nach dem Abflug von US-Präsident Biden aus Japan hat Nordkorea mehrere ballistische Raketen erprobt. Die Küstenwache bestätigte den Vorgang.
Aufnahme von nordkoreanischem Raketentest (Archivbild)

Aufnahme von nordkoreanischem Raketentest (Archivbild)

Foto: Anthony Wallace / AFP

Nordkorea führt seit Beginn des Jahres ungewöhnlich viele Raketentests durch. Und auch in dieser Woche hat es in dem isolierten Land mehrere Starts gegeben – nur wenige Stunden nach der Abreise von US-Präsident Joe Biden aus Asien. Nordkorea habe von Sunan, nördlich der Hauptstadt Pjöngjang, drei ballistische Raketen abgefeuert, teilten die Generalstabschefs Südkoreas am Mittwoch mit.

Auch die japanische Küstenwache meldete mindestens zwei Starts. Die Raketen seien offenbar außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans gelandet, berichtete der japanische Rundfunk NHK.

Die Tests erfolgten nur wenige Stunden, nachdem Biden nach seiner ersten Asienreise als Präsident Japan verlassen hatte. Die USA hatten davor gewarnt, dass Nordkorea offenbar während Bidens Besuch zu einem Waffentest bereit sei. Mit den Tests verstößt Nordkorea gegen Uno-Resolutionen.

Biden und sein südkoreanischer Amtskollege Yoon Suk Yeol hatten sich am Wochenende darauf verständigt, Maßnahmen zur Abschreckung des atomar bewaffneten Staates zu verstärken. Beide Länder planen, ihre gemeinsamen Militärmanöver auszuweiten. Damit wolle man der Bedrohung durch Nordkorea mehr entgegensetzen.

Pjöngjang reagiert nicht auf Angebote aus dem Westen

»Tragweite und Umfang« der Manöver sollen erweitert werden, außerdem soll mehr in die militärische Aus- und Fortbildung investiert werden

Gleichzeitig boten sie Nordkorea Hilfe zur Eindämmung des ersten bestätigten Virusausbruchs an. Seit den ersten bestätigten Coronafällen in Nordkorea am 12. Mai wächst die Sorge über den Mangel an Impfstoffen, die unzureichende medizinische Versorgung und eine mögliche Nahrungsmittelkrise in dem 25-Millionen-Einwohner-Land.

Lange hatte Nordkorea darauf beharrt, keine Coronafälle festgestellt zu haben. Seit diesem Monat jedoch gibt es eine erhebliche Ausbruchswelle, deren ganzes Ausmaß schon wegen fehlender Testkapazitäten noch gar nicht überblickt werden kann. Die Regierung in Pjöngjang hat bislang nicht auf Hilfsangebote Südkoreas und der USA reagiert.

jok/Reuters