180 Flugzeuge nahe der Grenze Nordkoreanische Kampfjets alarmieren Südkoreas Luftwaffe

Seoul hat einen Alarmstart seiner Kampfjets angeordnet, nachdem die Luftwaffe etwa 180 nordkoreanische Flugzeuge nahe der Grenze entdeckt hatte. In der Nacht hatte Pjöngjang Artilleriegeschosse abgefeuert.
Kampfjets der südkoreanischen Luftwaffe bei einem Manöver mit der US-Luftwaffe

Kampfjets der südkoreanischen Luftwaffe bei einem Manöver mit der US-Luftwaffe

Foto: South Korean Defence Ministry / AFP

Das südkoreanische Militär hat Kampfjets losgeschickt, nachdem es am Freitag etwa 180 nordkoreanische Kampfflugzeuge in der Nähe der Grenze entdeckt hatte. Dies teilten Südkoreas Streitkräfte am Freitag mit. Die nordkoreanischen Flugzeuge flogen nördlich der sogenannten taktischen Messlinie, die bis zu 20 Kilometer nördlich der militärischen Demarkationslinie (MDL) verläuft, so das südkoreanische Militär in einer Erklärung.

Südkorea entsandte als Reaktion darauf 80 Flugzeuge in die Luft, darunter auch F35-Tarnkappenjets. Die etwa 240 Flugzeuge, die derzeit an der Übung »Vigilant Storm« mit den Vereinigten Staaten teilnähmen, setzten die Manöver fort, so das Militär. Ein Zwischenfall mit zehn nordkoreanischen Kampfflugzeugen führte im vergangenen Monat bereits dazu, dass Seoul Kampfjets losschickte.

Andauernde Provokationen

Die Manöver fanden statt, nachdem Nordkorea in der Nacht zum Freitag mehr als 80 Artilleriegeschosse in die Gewässer entlang der innerkoreanischen Seegrenze abgefeuert hatte. Am Donnerstag hatte Pjöngjang mehrere Raketen ins Meer geschossen. Darunter war nach Angaben des südkoreanischen Militärs vermutlich auch eine atomwaffenfähige Rakete mit mehreren Tausend Kilometern Reichweite. Die Starts veranlassten die Vereinigten Staaten und Südkorea, die gemeinsamen Militärübungen zu verlängern.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte am Freitag während eines Besuchs in Seoul Nordkorea aufgefordert, die Raketentests zu stoppen. Er bezeichnete die Eskalation der vergangenen Tage als »inakzeptabel«.

col/Reuters/dpa
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