Protest aus Südkorea und Japan Nordkorea führt offenbar größten Raketentest seit 2017 durch

Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat offenbar ihren größten Raketentest seit 2017 unternommen. Japan legte bereits Protest ein, Südkorea warf dem Nachbarn vor, gegen Uno-Resolutionen zu verstoßen.
Nordkorea hat im Jahr 2022 als Antwort auf US-Sanktionen bereits mehrfach Raketen getestet

Nordkorea hat im Jahr 2022 als Antwort auf US-Sanktionen bereits mehrfach Raketen getestet

Foto: Uncredited / dpa

Der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte hat mitgeteilt, dass Nordkorea am Sonntag eine Mittelstreckenrakete abgefeuert habe, die etwa 800 Kilometer in Richtung offenes Meer geflogen sei.

Südkoreas Präsident Moon Jae In warf Nordkorea vor, dem vollständigen Bruch seines selbst auferlegten Moratoriums für Tests von Langstreckenraketen einen Schritt weit näherzukommen. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte im April 2018 erklärt, Atomtests sowie Versuche mit Mittelstrecken- und Langstreckenraketen seien vorerst nicht nötig. In einem Beschluss des Zentralkomitees war später nur noch von einem Teststopp für Interkontinentalraketen die Rede. Als Mittelstreckenraketen gelten Raketen mit einer Reichweite von 800 bis 5500 Kilometern.

Moon warf dem Nachbarland am Sonntag zudem vor, gegen Uno-Resolutionen verstoßen zu haben. Die Resolutionen verbieten Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen. Dabei handelt es sich in aller Regel um Boden-Boden-Raketen, die auch einen Atomsprengkopf tragen können.

Japan legt Protest gegen Test ein

Nordkorea hatte seit Beginn des Jahres bereits mehrfach Raketen getestet. Vor dem jüngsten Test hatte das Land am Donnerstag nach eigenen Angaben zwei »taktische Boden-Boden-Lenkraketen« mit konventionellen Sprengköpfen abgefeuert.

Auch Japan bestätigte den jüngsten nordkoreanischen Raketentest. Der Flugkörper sei offensichtlich ins Japanische Meer gestürzt, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo Regierungssprecher Hirokazu Matsuno. Tokio habe gegen den Test Protest eingelegt.

Pjöngjang unterliegt wegen seines Atom- und Raketenprogramms bereits zahlreichen internationalen Sanktionen. Uno-Resolutionen verbieten Nordkorea Tests mit ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. Das Regime hat wiederholt erklärt, es brauche die Waffen, um sich gegen eine drohende Invasion der USA zu verteidigen.

Die jüngste militärische Machtdemonstration dürfte die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel weiter verschärfen. Die Gespräche über einen Friedensprozess zwischen den beiden koreanischen Staaten und die Verhandlungen mit den USA über eine atomare Abrüstung Nordkoreas kommen seit fast drei Jahren nicht mehr voran.

svs/dpa/AFP
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