»Geruch von Schießpulver« Kim Jong Uns Schwester droht den USA und Südkorea

Die neue US-Regierung bemüht sich darum, mit Nordkorea in Kontakt zu bleiben. Nun hat sich Pjöngjang erstmals öffentlich zu Präsident Biden geäußert – und eine Warnung an Washington gesendet.
Kim Yo Jong: Sie gilt schon seit Jahren als einflussreiche Beraterin ihres Bruders Kim Jong Un

Kim Yo Jong: Sie gilt schon seit Jahren als einflussreiche Beraterin ihres Bruders Kim Jong Un

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Jorge Silva/ REUTERS

Mit dem früheren US-Präsidenten Donald Trump stand der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un im Austausch. Kontaktbemühungen der neuen Regierung in Washington hat Nordkorea bisher jedoch ins Leere laufen lassen. Nun hat Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester des Machthabers, die USA mit drastischen Worten angegriffen.

Die Regierung des neuen US-Präsidenten Joe Biden wolle »den Geruch von Schießpulver über unserem Land verbreiten«, sagte Kim Yo Jong Angaben der staatlichen nordkoreanischen Zeitung »Rodong Sinmun« zufolge. »Wenn Sie die nächsten vier Jahre ruhig schlafen wollen, wäre es besser, nicht gleich zu Beginn für Arbeit zu sorgen, die Ihnen den Schlaf rauben wird.«

»Wenn Sie die nächsten vier Jahre ruhig schlafen wollen, wäre es besser, nicht gleich zu Beginn für Arbeit zu sorgen, die Ihnen den Schlaf rauben wird.«

Kim Yo Jong, Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un

Es handelte sich um die erste öffentliche Äußerung Nordkoreas zu Biden. Zugleich verurteilte Kim Yo Jong das vergangene Woche gestartete Militärmanöver der USA mit Südkorea. Sie warf der Regierung in Seoul vor, den »Marsch des Kriegs« zu spielen. Sollte Südkorea »noch provokativer« handeln, drohte Kim Yo Jong mit der Aufkündigung einer militärischen Übereinkunft zwischen den beiden Staaten.

Südkorea und USA haben gemeinsames Frühjahrsmanöver begonnen

Die Streitkräfte der USA und Südkoreas hatten in der vergangenen Woche ein Frühjahrsmanöver in reduziertem Umfang begonnen. Die Kommandoübung, die noch bis zum Donnerstag dauert, wurde nach Angaben Seouls unter Berücksichtigung der Coronapandemie und der Diplomatie im Streit über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm reduziert.

Nordkorea sieht sich durch die regelmäßigen Militärübungen der USA mit Südkorea provoziert. Den Vorwurf Pjöngjangs, damit einen Angriff vorzubereiten, weisen beide Länder zurück. »Kriegsübungen und Feindseligkeit können niemals mit Dialog und Zusammenarbeit zusammengehen«, hieß es in der Erklärung Kim Yo Jongs, die schon seit Jahren als einflussreiche Beraterin ihres Bruders Kim Jong Un gilt.

Der frühere US-Präsident Trump hatte in den vergangenen Jahren mittels direkter Begegnungen mit Machthaber Kim Jong Un auf einen Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms hinzuwirken versucht. Das letzte Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim im Februar 2019 in Hanoi scheiterte jedoch, seither lagen die Atomverhandlungen beider Länder auf Eis. Auch die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea verschärften sich wieder.

US-Außenminister Antony Blinken und Pentagon-Chef Lloyd Austin begannen am Montag ihre erste Auslandsreise nach Japan und Südkorea. In einem gemeinsamen Kommentar in der »Washington Post« bekräftigten beide Minister ihre Absicht, »unsere Beziehungen zu Freunden und Partnern wiederzubeleben«.

Bemühungen der neuen US-Regierung, mit der nordkoreanischen Führung um Machthaber Kim Jong Un in Kontakt zu treten, sind bislang jedoch erfolglos geblieben. Das Ziel sei es, auf Diplomatie zu setzen und das »Risiko einer Eskalation« zu senken, erklärte die Sprecherin von US-Präsident Biden, Jen Psaki, am Montag im Weißen Haus. Die Regierung habe bisher aber keine Antwort aus Pjöngjang bekommen. Die USA stimmten sich bei dem Thema eng mit den Verbündeten Japan und Südkorea ab und sprächen auch mit Vertretern früherer Regierungen, sagte sie weiter.

»Unser Ziel ist es, das Risiko einer Eskalation zu reduzieren, aber bislang haben wir keine Antwort bekommen«, sagte Psaki. Es habe nun seit »gut einem Jahr« trotz »mehrfacher« Kontaktbemühungen keinen »aktiven Dialog« mit Nordkorea mehr gegeben, fügte sie hinzu.

asc/dpa/AFP
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