Mutmaßliche Marschflugkörper Seoul meldet angeblichen neuen Waffentest von Nordkorea

Nordkorea hat womöglich erneut Waffen getestet. Mindestens zwei mutmaßliche Marschflugkörper wurden abgeschossen, meldet das südkoreanische Militär.
Der angebliche Raketentest Nordkoreas im südkoreanischen TV

Der angebliche Raketentest Nordkoreas im südkoreanischen TV

Foto: JUNG YEON-JE / AFP

Es wäre bereits der fünfte Waffentest von Nordkorea seit Anfang des Jahres: Die selbst erklärte Atommacht hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs mindestens zwei mutmaßliche Marschflugkörper abgefeuert. Die Raketen seien am Dienstagmorgen (Ortszeit) abgeschossen worden, teilte der Generalstab in Seoul mit. Es werde vermutet, dass Lenkflugkörper getestet wurden. Der Waffentest werde zusammen mit den USA noch genauer ausgewertet. Wie weit die Flugkörper flogen und wo sie landeten, war zunächst nicht bekannt.

Im Gegensatz zu ballistischen Raketen unterliegen Marschflugkörper nicht den Sanktionen gegen Nordkorea. Uno-Resolutionen verbieten dem Land die Erprobung ballistischer Raketen. Dabei handelt es sich in aller Regel um Boden-Boden-Raketen, die je nach Bauart auch einen atomaren Sprengkopf befördern können. Anders als ballistische Raketen verfügen Marschflugkörper über einen permanenten eigenen Antrieb.

Bei den früheren Tests kamen eigenen Angaben zufolge auch Hyperschallraketen zum Einsatz. Bei solchen Waffen kann ein sogenannter Hyperschall-Gleitflugkörper von einer ballistischen Rakete aus starten. Hyperschallwaffen lassen sich wegen ihrer hohen Geschwindigkeit nur schwer abfangen.

Nach neuen Sanktionen der USA hatte Nordkorea zuletzt angedeutet, auch wieder Atombomben und Interkontinentalraketen testen zu können. Schon Ende 2019 erklärte Machthaber Kim Jong Un, dass sich Pjöngjang grundsätzlich nicht mehr an sein selbst gesetztes Testmoratorium gebunden sehe. Hintergrund waren die fehlenden Fortschritte in den Verhandlungen der USA mit dem Regime von Nordkorea über sein Atomwaffenprogramm. Das US-Finanzministerium beschloss in diesem Monat Sanktionen gegen fünf Nordkoreaner, denen es vorwarf, Güter für die Massenvernichtungs- und Raketenprogramme ihres Landes zu beschaffen.

als/dpa/AFP