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»Freedom Shield« USA und Südkorea beginnen Militärübungen zur Abschreckung Nordkoreas

Kernstück des jährlichen Trainings ist für die USA und Südkorea auch die Verteidigung gegen nukleare Bedrohungen durch Nordkorea. Zuletzt hatte das Land wieder vermehrt Raketentests durchgeführt.
Kampfhubschrauber starten im Camp Humphreys in Pyeongtaek zur Militärübung »Freedom Shield 2024«

Kampfhubschrauber starten im Camp Humphreys in Pyeongtaek zur Militärübung »Freedom Shield 2024«

Foto: dpa

Das Militär der USA und Südkoreas haben ihre groß angelegten Frühjahrsübungen zur Abschreckung Nordkoreas begonnen. Das alljährliche Training unter dem Codenamen »Freedom Shield« sei wie geplant gestartet, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit. Die elftägige Übung umfasst unter anderem Computersimulationen sowie Übungen im Gelände. Wie viele Soldaten daran teilnehmen werden, war zunächst unklar.

Ein Kernstück des Trainings wird den Angaben Südkoreas zufolge auch die Verteidigung gegen nukleare Bedrohungen durch Nordkorea sein. Die USA und ihre Verbündeten Südkorea und Japan sehen sich durch das Atomwaffen- und Raketenprogramm des international weitgehend isolierten Landes direkt bedroht.

Die Militärs beider Länder beschrieben »Freedom Shield« als multidimensionales Verteidigungstraining, das neben Land, See und Luft auch den Cyber- und Informationsraum sowie das Weltall als mögliche Gefechtsfelder einbezieht. Laut Angaben der US-Streitkräfte Korea (USFK) beteiligen sich auch Armeeangehörige aus zehn Mitgliedsländern des Uno-Kommandos in Südkorea. Das von den USA angeführte Kommando wacht seit dem Koreakrieg (1950 bis 1953) über den Waffenstillstand auf der koreanischen Halbinsel. Denn offiziell befinden sich Nordkorea und Südkorea immer noch im Kriegszustand. Nach dem Ende des Koreakriegs wurde ein Waffenstillstandsabkommen besiegelt, einen Friedensvertrag gibt es aber nicht.

2024 feuerte Nordkorea bereits fünfmal Marschflugkörper ab

Nordkorea hatte in den vergangenen zwei Jahren den Umfang seiner Waffentests mit Raketen und Lenkflugkörpern erheblich erhöht und die Rhetorik gegen die USA und Südkorea, die von Pjöngjang als Feindstaaten betrachtet werden, verschärft. Das Land hatte immer wieder mit harten Gegenmaßnahmen gegen die Militärübungen der USA und Südkoreas gedroht. Washington und Seoul haben daraufhin ihre Militärkooperation einschließlich gemeinsamer Manöver ausgebaut und weisen alle Vorwürfe Pjöngjangs zurück, mit den Manövern einen Angriff vorzubereiten.

Das von Kim Jong Un autoritär regierte Land unterliegt wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms internationalen Sanktionen. Im Gegensatz zu ballistischen Raketen sind Tests von Marschflugkörpern nicht direkt von den Uno-Verbotsbeschlüssen gegen Nordkorea betroffen. Sie können aber wie ballistische Raketen ebenfalls mit einem Atomsprengkopf ausgerüstet werden. Anders als ballistische Raketen verfügen Lenkflugkörper über einen permanenten eigenen Antrieb.

Mitte Februar hatte Nordkorea laut Angaben des südkoreanischen Militärs zum fünften Mal seit Beginn des Jahres mehrere Marschflugkörper abgefeuert. »Wir verstärken unsere Überwachung, und unsere Streitkräfte arbeiten eng mit den Vereinigten Staaten zusammen. Wir beobachten aufmerksam weitere Anzeichen und Aktivitäten aus Nordkorea«, teilte der südkoreanische Generalstab nach dem jüngsten Vorfall mit.

czl/dpa