Atomkonflikt Nordkorea will "supergroßen" Raketenwerfer getestet haben

Bereits zum vierten Mal innerhalb eines Monats hat das nordkoreanische Regime einen Raketentest durchgeführt. Eigenen Angaben zufolge hat Pjöngjang dabei einen Mehrfach-Raketenwerfer eingesetzt.
Propagandabild aus Nordkorea: Dieses Foto soll den jüngsten Raketentest zeigen

Propagandabild aus Nordkorea: Dieses Foto soll den jüngsten Raketentest zeigen

Foto: -/ dpa

Nordkorea hat am Wochenende wieder mit Waffentests provoziert und erneut mehrere Raketen abgefeuert. Den Staatsmedien des Landes zufolge habe das Land dabei einen besonders großen Raketenwerfer eingesetzt. Der Test des "supergroßen" Mehrfach-Raketenwerfers sei erfolgreich verlaufen, hieß es in den Berichten.

Bei der Übung seien vor allem technologische und taktische Besonderheiten des Systems geprüft worden. Von der nordkoreanischen Zeitung "Rodong Sinmun" veröffentlichte Bilder zeigten Raketen, die von einer Rampe mit sechs Abschussröhren hochschießen und anscheinend ein Ziel auf einer Insel treffen.

Die Streitkräfte in Südkorea hatten am Sonntag mitgeteilt, dass Nordkorea wahrscheinlich zwei ballistische Kurzstreckenraketen getestet habe. Die Projektile seien von der Hafenstadt Wonsan aus abgefeuert worden und nahe japanischen Hoheitsgewässern ins Meer eingeschlagen. Es war bereits der vierte nordkoreanische Raketentest innerhalb eines Monats.

Machthaber Kim fehlt auf Bildern der Staatsmedien

Anders als bei den vorherigen Raketentests hieß es in nordkoreanischen Staatsmedien diesmal aber nicht, dass Machthaber Kim Jong Un den Test persönlich beaufsichtigt habe. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete, Kims Berater Ri Pyong Chol habe den Test geleitet. Kim war auf den von "Rodong Sinmun" veröffentlichten Bildern des Tests nicht zu sehen.

Kim hatte zu Jahresbeginn angekündigt, sich nicht mehr an das Moratorium für Atomversuche sowie Tests von Interkontinentalraketen zu halten. Er drohte auch, dass Nordkorea bald eine "neue strategische Waffe" vorführen werde.

Die Verhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington über die atomare Abrüstung Nordkoreas liegen seit einem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump im Februar vergangenen Jahres auf Eis. Das international weitgehend isolierte Nordkorea steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und Uno-Sanktionen. Kim hatte nach seinem Moratorium für Atom- und Raketentests vergeblich auf eine Aufhebung von Sanktionen gehofft.

Südkorea verurteilt Raketentests trotz Corona-Pandemie als "extrem unangemessen"

Den jüngsten nordkoreanischen Raketentest bezeichneten südkoreanische Regierungsvertreter als "extrem unangemessen" angesichts der Tatsache, dass die Coronavirus-Pandemie derzeit "die ganze Welt" in Atem halte.

Nordkorea hat zum Schutz gegen das Coronavirus seine Grenzen geschlossen. Als eines von wenigen Ländern weltweit hat Nordkorea bislang keinen einzigen Corona-Fall gemeldet. Experten gehen jedoch davon aus, dass das neuartige Virus das Land erreicht hat. Fachleute warnen, der Erreger könnte wegen des schwach entwickelten Gesundheitssystems in Nordkorea und der dort weitverbreiteten Unterernährung verheerende Folgen in dem Land haben.

asc/dpa/AFP