Berichte der norwegischen Armee Russische Kriegsschiffe halten offenbar Manöver nahe der norwegischen Grenze ab

Die Lage zwischen der Nato und Russland ist angesichts der russischen Bedrohung der Ukraine angespannt – nun beginnt Moskau ein Manöver im hohen Norden – offenbar nahe norwegischem Hoheitsgebiet.
Der russische Lenkwaffenkreuzer »Marschall Ustinow« auf dem Weg zum Manöver

Der russische Lenkwaffenkreuzer »Marschall Ustinow« auf dem Weg zum Manöver

Foto: Russian Defence Ministry / imago images/ITAR-TASS

Mitten in den Spannungen zwischen Russland und dem Westen meldet Norwegen ein russisches Seemanöver. Man habe fünf russische Kriegsschiffe an der Grenze ausgemacht, informiert das norwegische Verteidigungsministerium auf seiner Homepage . Die Schiffe kreuzten allerdings alle in internationalen Gewässern.

Bei einem Aufklärungsflug mit einer P3-C-Orion seien am Dienstagmittag eine Fregatte, ein U-Boot-Jäger, ein Lenkwaffenkreuzer sowie zwei Begleitschiffe entdeckt worden. Die Schiffsbewegungen seien legal und ein größeres Manöver angekündigt gewesen, heißt es vonseiten des Ministeriums. Dennoch würden alle Bewegungen entlang der Seegrenze observiert, um sicherzustellen, dass niemand in norwegische Hoheitsgebiete eindringt.

Norwegen ist Nato-Mitglied. Russland hat in den vergangenen Wochen mehr als 100.000 Soldaten an der ukrainischen Grenze zusammengezogen. Der Westen befürchtet einen russischen Angriff auf das Nachbarland. Moskau dementiert dagegen jegliche Invasionspläne und fordert seinerseits schriftliche Zusicherungen von der Nato, dass sie etwa auf eine fortgesetzte Osterweiterung verzichtet.

Derzeit verstärkt die Nato ihre Militärpräsenz in Osteuropa: Das Bündnis erklärte erst am Montag, eine Reihe von Mitgliedstaaten wolle zusätzliche Kampfflugzeuge und Marineschiffe in die Ostsee und osteuropäische Länder wie Litauen, Rumänien und Bulgarien entsenden. Die Nato erklärte, die Verbündeten setzten ihre Truppen in Bereitschaft und verstärkten ihre Maßnahmen zur Abschreckung und Verteidigung, »während Russland seine militärische Aufrüstung in und um die Ukraine fortsetzt«.

So habe sich Frankreich bereit erklärt, Truppen unter Nato-Kommando nach Rumänien zu schicken; Spanien wolle die Marineeinheiten des Bündnisses stärken. Dänemark entsende eine Fregatte in die Ostsee und vier F-16-Kampfjets nach Litauen. Die Niederlande beteiligten sich zudem ab April an der Überwachung des Nato-Luftraums mit zwei F-35-Kampfjets in Bulgarien. Auch die USA prüfen demnach, ihre Militärpräsenz in östlichen Bündnisländern aufzustocken.

Die Bundesregierung setzt nach Worten von Außenministerin Annalena Baerbock auf eine Fortsetzung der diplomatischen Initiativen. Deutschland vermittelt gemeinsam mit Frankreich unter anderem das Normandie-Treffen zwischen Russland und der Ukraine – am heutigen Mittwoch kommen beide Seiten erstmals seit Jahren in Paris zusammen.

mrc/AFP
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