Mittelmeer »Ocean Viking« darf mehr als hundert Geflüchtete nach Sizilien bringen

Die »Ocean Viking« hat mehr als hundert aus Seenot gerettete Migranten an Bord. Nun darf das Schiff in Sizilien anlegen – mehrere Gerettete wurden wegen Corona-Infektionen isoliert.
Geflüchtete in einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer (Archivfoto)

Geflüchtete in einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer (Archivfoto)

Foto: Renata Brito/ dpa

Italienische Behörden haben der »Ocean Viking« gestattet, den Hafen Augusta auf Sizilien anzulaufen. Das Hilfsschiff kann damit insgesamt 116 aus Seenot gerettete Geflüchtete an Land bringen. Das teilte die Betreiberorganisation SOS Mediterranee mit. Den Angaben zufolge wurden fünf Menschen positiv auf das Coronavirus getestet und befinden sich in Isolation.

Die »Ocean Viking« hatte die Menschen in der vergangenen Woche bei zwei Rettungsaktionen an Bord genommen. Die Schutzsuchenden trieben in völlig überfüllten Schlauchbooten in internationalen Gewässern vor Libyen. Nun, da die Geretteten an Land gehen dürften, herrsche eine »Erleichterung an Bord«, schrieb die SOS Mediterranee auf Twitter.

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Die »Ocean Viking« hatte erst im Februar über 420 aus Seenot gerettete Bootsmigranten auf die italienische Mittelmeerinsel Sizilien gebracht. Libyen ist ein zentrales Transitgebiet für Migranten aus vielen Ländern auf ihrem Weg nach Europa.

Die privaten Rettungsaktionen sind politisch umstritten. Meist werden die Geretteten zunächst nach Italien gebracht. Manchmal bekommen die Hilfsschiffe auch die Genehmigung, in Malta anzulegen. Libyens Küstenwache bringt zudem viele Bootsmigranten zurück in das nordafrikanische Land. Nach Uno-Angaben starben in diesem Jahr bislang mehr als 230 Personen beim Versuch, über das zentrale Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

ssp/dpa
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