Wegen Untreue Österreichs Ex-Finanzminister zu acht Jahren Haft verurteilt

9,6 Millionen Euro sollen bei einer Betrugsmasche in die Taschen des ehemaligen FPÖ-Politikers Karl-Heinz Grasser geflossen sein. Drei Jahre lief der Prozess – nun wurden der Ex-Finanzminister und seine Partner verurteilt.
Der Verurteilte Karl-Heinz Grasser

Der Verurteilte Karl-Heinz Grasser

Foto: Georg Hochmuth / DPA

Entscheidung nach 168 Verhandlungstagen: Das Landgericht Wien hat den früheren österreichischen Finanzminister Karl-Heinz Grasser wegen Untreue zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Dem 51-Jährigen war vorgeworfen worden, dass er 2004 beim Verkauf von 60.000 Bundeswohnungen einem privaten Investor den entscheidenden Tipp über die notwendige Höhe eines Kaufpreises gegeben habe, um einen Mitbieter auszustechen. Im Gegenzug für den Hinweis sollen der Anklage zufolge rund 9,6 Millionen Euro – ein Prozent des Kaufpreises von 961 Millionen Euro – in die Taschen der Verdächtigen geflossen sein.

Die Anklage sprach von einem »gemeinsamen Tatplan« Grassers und seiner Komplizen zur eigenen Bereicherung. Auch weitere der insgesamt 14 Angeklagten erhielten hohe Freiheitsstrafen.

Grasser war von 2000 bis 2007 Finanzminister, bis 2003 war er Mitglied der rechten FPÖ, später parteilos. Vor Gericht wies er laut ORF  die Anschuldigungen von sich. Es wird davon ausgegangen, dass die Verteidigung gegen das Urteil Berufung einlegt. Der Prozess vor dem Wiener Landesgericht lief seit Dezember 2017.

mrc/dpa

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