Diplomatie Spionageskandal trübt die Beziehung zwischen Moskau und Wien

Österreich weist einen russischen Diplomaten aus, der jahrelang in Wien spioniert haben soll. Russland reagiert, indem es einen österreichischen Diplomaten zur "unerwünschten Person" erklärt.
Kanzleramt in Wien: Es ist das erste Mal, dass Österreich einen russischen Diplomaten des Landes verweist (Archivbild)

Kanzleramt in Wien: Es ist das erste Mal, dass Österreich einen russischen Diplomaten des Landes verweist (Archivbild)

Foto: Kerstin Joensson/AP

Es ist das erste Mal, dass Österreich einen russischen Diplomaten des Landes verweist. Ein Sprecher des Wiener Außenministeriums erklärte den Schritt damit, dass der russische Diplomat gegen die Bestimmungen der Wiener Diplomatenrechtskonvention verstoßen habe. Konkret geht es wohl um den Vorwurf der Wirtschaftsspionage. Das berichtete die Wiener "Kronen Zeitung" . Dort heißt es, der Diplomat müsse bis zum 1. September ausreisen.

Was man bisher zu den Spionagevorwürfen gegen den russischen Diplomaten weiß: Der Mann soll über Jahre hinweg gemeinsam mit einem Österreicher ein Hightech-Unternehmen mit Sitz in Wien ausspioniert haben. Nachdem der Österreicher seinen Vorgesetzten über diese Tätigkeit informiert habe, kam es zu ersten Ermittlungen. Im Juni gestand der Österreicher die Spionage in einem Prozess vor dem Wiener Landesgericht und wurde zu einer Geldbuße von 50.000 Euro verurteilt.

Der russische Diplomat hat bislang mit Verweis auf seine diplomatische Immunität jegliche Aussage verweigert. Moskau reagierte empört auf die Vorwürfe und bestellte den österreichischen Botschafter ein. Neben dem Protest gegen die "unbegründete Entscheidung" erklärte der Kreml laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass als spiegelbildliche Maßnahme einen österreichischen Diplomaten zur unerwünschten Person.

Die gegenseitige Ausweisung von Diplomaten trübt das Verhältnis zwischen Österreich und Russland. Die beiden Länder pflegen eigentlich gute Beziehungen. Österreich sieht sich als Brücke zwischen Ost und West und hatte sich unter anderem 2018 im Fall des Giftanschlags auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien von der Mehrheit der europäischen Staaten abgegrenzt. Österreich weigerte sich damals, russische Diplomaten als Vergeltung auszuweisen.

msc/dpa/AFP
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