Drei Jahre nach Ibiza-Video Strache nennt Rücktritt seinen »größten Fehler«

Er habe »nichts Unredliches« gesagt: Der österreichische Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache sieht seinen Rücktritt als Chef der rechten Partei FPÖ heute als seinen »größten Fehler«. Das sagte er jetzt in einem TV-Interview.
Der ehemalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache (hier bei einer Veranstaltung in Wien im Jahr 2020) bedauert seinen Rücktritt als FPÖ-Chef

Der ehemalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache (hier bei einer Veranstaltung in Wien im Jahr 2020) bedauert seinen Rücktritt als FPÖ-Chef

Foto: Florian Wieser / REX / EPA-EFE

Der österreichische Politiker Heinz-Christian Strache bereut drei Jahre nach dem Ibiza-Skandal seinen damaligen Rücktritt als Chef der rechten FPÖ. Bei dem Treffen mit einer vermeintlichen Nichte eines russischen Oligarchen auf der spanischen Insel, von dem versteckte Aufnahmen 2019 zum Sturz der Regierung in Wien führten, habe er »nichts Unredliches« gesagt, betonte der Ex-Vizekanzler in einem am Dienstagabend ausgestrahlten Interview. Der österreichische Sender Puls 24 sprach mit Strache in der Villa auf Ibiza, wo er in die Videofalle getappt war.

Nachdem der SPIEGEL und die »Süddeutsche Zeitung« das Video im Mai 2019 auszugsweise veröffentlicht hatten, zog sich Strache als Politiker zurück. Die konservativ-rechte Koalition zerbrach. »Der Rücktritt war wahrscheinlich mein größter Fehler«, sagte Strache im TV-Interview. Er habe die vermeintliche Oligarchennichte mehrfach auf einzuhaltende Gesetze aufmerksam gemacht.

In den 2017 heimlich gefilmten Aufnahmen sprach der damals noch oppositionelle Strache mit dem Lockvogel über Spenden an parteinahe Vereine, die Vergabe von Infrastrukturprojekten, sowie über die Möglichkeit, in eine auflagenstarke Zeitung zu investieren und dort unliebsame Journalisten loszuwerden.

Das Video führte zu einer Reihe von Vorwürfen und Ermittlungen, auch gegen Politiker der konservativen Kanzlerpartei ÖVP. Sebastian Kurz trat voriges Jahr als Regierungs- und Parteichef zurück.

Strache wurde im Zusammenhang mit einer Gesetzesänderung im Sinne eines befreundeten Unternehmers zu einer Bewährungsstrafe wegen Bestechlichkeit verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Anfang Juni steht Strache wegen anderer Korruptionsvorwürfe erneut vor Gericht.

ktz/dpa