Diplomatischer Boykott der Olympischen Spiele China wirft USA »ideologische Vorurteile« vor

Die USA wollen zu den Olympischen Winterspielen in Peking keine Regierungsvertreter entsenden – wegen Menschenrechtsverletzungen in der Region Xinjiang. Nun hat China reagiert.
Die Vorbereitungen laufen: Am 4. Februar 2022 sollen die Olympischen Winterspiele in Peking beginnen

Die Vorbereitungen laufen: Am 4. Februar 2022 sollen die Olympischen Winterspiele in Peking beginnen

Foto: THOMAS PETER / REUTERS

Die Olympischen Winterspiele in Peking rücken in den Fokus des politischen Konflikts zwischen China und den USA. Peking hat den diplomatischen Boykott der Winterspiele durch die USA scharf kritisiert. Die Ankündigung sei ein Verstoß gegen die »politische Neutralität im Sport«, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Der Versuch der USA, die Spiele »aus ideologischen Vorurteilen heraus zu behindern, die auf Lügen und Gerüchten beruhen, wird nur ihre finsteren Absichten aufdecken«.

Die US-Regierung hatte am Montag angekündigt, die Spiele wegen Menschenrechtsverletzungen in China zu boykottieren. Die Winterspiele finden vom 4. bis 20. Februar 2022 statt. Nach Angaben des Weißen Hauses werden zu den Spielen im Februar keine Regierungsvertreter entsandt. US-Athleten dürfen aber teilnehmen.

In Zhangjiakou, etwa 180 Kilometer von Peking entfernt, sollen unter anderem die Wettkämpfe der Snowboarder stattfinden

In Zhangjiakou, etwa 180 Kilometer von Peking entfernt, sollen unter anderem die Wettkämpfe der Snowboarder stattfinden

Foto: THOMAS PETER / REUTERS

Eine Sprecherin des Weißen Hauses hatte den Schritt unter anderem mit dem »Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit« an den muslimischen Uiguren in der Provinz Xinjiang  begründet. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen und Forschern sind in Xinjiang mehr als eine Million Uiguren und andere Muslime in Hunderten Haftlagern eingesperrt.

Sie werden dort nach Angaben der Aktivisten zur Aufgabe ihrer Religion, Kultur und Sprache gezwungen und teilweise auch misshandelt. Exil-Uiguren werfen Peking auch Morde, Verschleppungen, Folter und Zwangssterilisationen vor.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch begrüßte die Boykott-Entscheidung der Regierung Biden. »Wir denken, dass dies ein Schritt in die richtige Richtung ist«, sagte Sprecherin Mei Fong. »Schließlich haben wir und viele andere Organisationen gesagt, dass es wirklich unmöglich ist, die Olympischen Spiele zu einer Zeit zu feiern, in der das Land so viele Menschenrechtsverletzungen begeht, insbesondere in Xinjiang.«

Die internationale Gemeinschaft müsse sicherstellen, »dass diese Menschenrechtsverletzungen beendet werden« und »Menschen in Xinjiang und in Hongkong die Freiheit haben, ihre Religion auszuüben oder sich frei zu bewegen«.

lau/AFP
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