Ostukraine Armee setzt Kampfdrohne ein

Ukrainische Streitkräfte haben die von Russland unterstützten Separatisten nach eigenen Angaben zum ersten Mal mit einer Drohne bekämpft. Die Waffe stammt aus der Türkei.
Türkische Bayraktar-Drohne (2019)

Türkische Bayraktar-Drohne (2019)

Foto: Birol Bebek/ AFP

Die Ukraine hat trotz eines Verbots im umkämpften Osten des Landes erstmals offiziell eine Kampfdrohne eingesetzt. »Mit dem Ziel, den Feind zur Feuereinstellung zu zwingen, wurde auf Befehl des Oberkommandierenden eine Bayraktar-Drohne eingesetzt«, teilten die Streitkräfte in Kiew am späten Dienstabend mit. Sie teilten ein Video  des Einsatzes in den sozialen Medien.

Zuvor hätten prorussische Separatisten Positionen der Armee bei Hranitne im Gebiet Donezk mit schwerer Artillerie beschossen, hieß es. Ein Soldat wurde dabei Armeeangaben zufolge getötet und eine weiterer verletzt. Kremlsprecher Dmitrij Peskow sagte am Mittwoch, es werde befürchtet, dass der Einsatz türkischer Drohnen die Lage in der Ostukraine destabilisieren könnte.

Seit 2014 kämpfen Regierungstruppen in den Gebieten Luhansk und Donezk entlang der russischen Grenze gegen Separatisten. Nach Schätzungen der Uno wurden seitdem mehr als 13.000 Menschen getötet. Ein Friedensplan von 2015 liegt auf Eis. Bereits ein Waffenstillstandsabkommen vom September 2014 legte ein Verbot für Drohneneinsätze fest.

Drohnen als türkische Exportware

Die Ukraine hat in den vergangenen Jahren mindestens sechs Kampfdrohnen der türkischen Firma Baykar Makina erworben. Als Technologiechef des Unternehmens fungiert Präsident Erdoğans Schwiegersohn Selçuk Bayraktar.

Neben der Türkei, die Baykar-Drohnen in den kurdischen Gebieten einsetzt, werden die unbemannten Waffen auch ins Ausland exportiert. Etwa nach Syrien, Libyen und in den Irak. Kiew will mit Ankara zudem eine eigene Drohnenproduktion aufbauen.

Die von Russland unterstützten Aufständischen warfen den Einheiten der Regierung vor, in dem Gebiet vorgerückt zu sein. Die Ukraine wies dies zurück. Auch an anderen Abschnitten der Frontlinie kam es beiden Seiten zufolge zu Schusswechseln.

Beobachter befürchten, dass die Ukraine mit dem Ziel einer militärischen Rückeroberung der abtrünnigen Gebiete nach dem Vorbild von Aserbaidschan aufrüstet. Vor einem Jahr hatte das Land im Südkaukasus in einem vor allem mit Drohnen geführten Krieg große Teile der von Armeniern bewohnten Region Bergkarabach zurückerobert.

atb/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.