Besuch in Bahrain Papst hält Plädoyer für Menschenrechte

Bahrain steht wegen Verletzungen grundsätzlicher Menschenrechte immer wieder in der internationalen Kritik. Der Papst sprach beim Besuch im Golfstaat deutliche Worte – und zitierte dazu aus der Verfassung.
Papst Franziskus (l.) spricht mit dem bahrainischen König Hamad bin Isa Al Khalifa (r.)

Papst Franziskus (l.) spricht mit dem bahrainischen König Hamad bin Isa Al Khalifa (r.)

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Alessandra Tarantino / dpa

Zum Auftakt eines Besuchs im Golfstaat Bahrain hat Papst Franziskus die Achtung von Menschenrechten und gerechte Arbeitsbedingungen gefordert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach am Donnerstag gleich zu Beginn einer mehrtägigen Reise Themen an, die in dem Königreich und anderen Staaten am Persischen Golf kritisch sind. Franziskus zitierte dazu aus der Verfassung des Landes, in dem der Islam Staatsreligion ist. Er sprach von Verpflichtungen, »damit es keine Diskriminierung gibt und die grundlegenden Menschenrechte nicht verletzt, sondern gefördert werden«.

Das 1,5-Millionen-Einwohner-Land steht wegen Verletzungen grundsätzlicher Menschenrechte immer wieder in der internationalen Kritik. Deshalb hatten verschiedene Organisationen den Papst aufgefordert, das Thema bei seiner Reise anzusprechen. Mit Blick auf die Todesstrafe, die dort noch immer vollstreckt wird, sagte er nun: »Ich denke insbesondere an das Recht auf Leben, an die Notwendigkeit, es immer zu garantieren – auch im Hinblick auf diejenigen, die bestraft werden und deren Leben nicht beseitigt werden kann.«

26 Menschen in Todeszellen

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden in Bahrain seit 2017 sechs Menschen hingerichtet. Derzeit sitzen 26 Menschen in Todeszellen. König Hamad bin Isa Al Khalifa kann ein Todesurteil bestätigen, in eine Haftstrafe umwandeln oder auch Begnadigung gewähren. Vor Franziskus war noch nie ein Papst in Bahrain. Im Nachbarland Katar beginnt demnächst die Fußballweltmeisterschaft.

Der Argentinier forderte in seiner Rede auch »menschenwürdige Arbeitsbedingungen« und verurteilte Arbeitssklaverei. In Bahrain wie auch in Katar – beides überaus reiche Staaten – leben zahlreiche Migranten aus Südasien, die dort für wenig Geld arbeiten. Bahrain möge »ein Leuchtturm« für bessere Arbeitsbedingungen in der gesamten Region sein, sagte der Pontifex. Mehrere zehntausend Migranten in Bahrain – beispielsweise aus den Philippinen – sind katholisch. Der Vatikan beziffert die Zahl der Katholiken in dem Inselstaat auf etwa 80.000.

Der 85 Jahre alte Papst kämpfte auch am Donnerstag wieder mit Knieschmerzen. Während des Flugs nach Bahrain ging er nicht wie üblich durch die Reihen, um die mitreisenden Journalisten zu begrüßen. Im Königspalast wurde er im Rollstuhl geschoben. Jorge Mario Bergoglio – so der bürgerliche Name – ging zuletzt wieder öfter kurze Wege mit einem Gehstock. Dies hatte vermuten lassen, dass sich seine Knieprobleme etwas gebessert hätten.

til/dpa
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