Sexvideo-Affäre Pariser Justiz ermittelt gegen russischen Künstler Pawlenski

Der Performancekünstler Pjotr Pawlenski steht für spektakuläre Aktionen. Zuletzt will er intime Videos des Pariser Bürgermeisterkandidaten Griveux verbreitet haben. Jetzt ermittelt die französische Staatsanwaltschaft.
Foto: Lionel Bonaventure/ dpa

In Frankreich wird gegen den Aktionskünstler Pjotr Pawlenski wegen Verletzung der Privatsphäre und der unerlaubten Veröffentlichung sexueller Bilder ermittelt. Das sagte Pawlenskis Anwalt Yassine Bouzrou im französischen Fernsehen. Sein Mandant werde unter Justizaufsicht gestellt. Pawlenski komme damit unter Auflagen auf freien Fuß.

Pawlenski hatte behauptet, intime Videos des Pariser Bürgermeisterkandidaten Benjamin Griveaux in Umlauf gebracht zu haben. Darauf ist zu sehen, wie ein Mann masturbiert - es ist aber nicht zu erkennen, um wen es sich dabei handelt. Griveaux hatte sich daraufhin aus dem Rennen um das Pariser Rathaus zurückgezogen und am Samstag Strafanzeige gestellt.

Griveaux war im vergangenen Jahr als Macrons Regierungssprecher zurückgetreten, um Pariser Bürgermeister zu werden. Nach seinem Rückzug hat nun die bisherige Gesundheitsministerin Agnès Buzyn die Spitzenkandidatur für Macrons Partei La République en Marche übernommen.

Die Behörden ermittelten im Zusammenhang mit der Verbreitung der Videos außerdem noch gegen eine Frau, die am Wochenende gemeinsam mit Pawlenski festgenommen wurde. Hintergrund waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft jedoch nicht die kompromittierenden Videos, sondern eine Untersuchung wegen des Verdachts der Körperverletzung am Silvesterabend 2019. Französische Nachrichtenmedien berichteten, dass Pawlenski während eines Streits in einer Pariser Wohnung ein Messer gezogen und zwei Männer verletzt haben soll.

Die Frau stehe nun unter Justizaufsicht und dürfe keinen Kontakt mit Pawlenski aufnehmen, sagte ihre Anwältin im französischen Fernsehen. Die Frau bestreitet demnach eine Beteiligung an der Verbreitung der Videos.

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Pjotr Pawlenski: Kunst mit Körpereinsatz

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Pawlenski ist bekannt für radikale Aktionen. Er nähte sich etwa aus Protest den Mund zu oder nagelte sich mit dem Hodensack auf dem Roten Platz in Moskau fest. Er war Anfang 2017 aus Angst vor Verfolgung durch die Moskauer Behörden aus Russland ins französische Asyl geflohen.

fek/dpa/AFP
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