Finnische Premierministerin Partyvideos von Sanna Marin - so feiern ihre Unterstützerinnen im Netz

Die finnische Regierungschefin Sanna Marin muss sich Kritik anhören, weil sie ausgelassen feierte. Im Netz ist die Reaktion eher humorvoll.

Vor wenigen Tagen begann in Finnland eine Debatte, die rasch die Grenzen des Landes überwand. Es geht um Videos, die Regierungschefin Sanna Marin privat zeigen.

Finnlands Regierungschefin Marin

Finnlands Regierungschefin Marin

Foto: KIMMO BRANDT / EPA

Die Clips zeigen die Sozialdemokratin in Partylaune. Sie tanzt, sie feiert, sie juchzt. Im neuesten Video ist sie im Engtanz mit einem prominenten Sänger zu sehen, der ihrem Hals ganz nah kommt.

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Kritik daran kam prompt. Vor allem, weil Marin zugab, während der ersten Party Alkohol getrunken zu haben. Die oppositionellen Christdemokraten sahen deshalb die Sicherheit des Landes in Gefahr. Der Kommentator einer Tageszeitung forderte, die Regierungschefin müsse 24 Stunden am Tag handlungsfähig sein.

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Im Netz erhebt sich nun eine Woge der Unterstützung. Unter dem Stichwort #SolidaritywithSanna verbreiten Frauen Partyclips von sich, die kräftig geteilt werden. Der »Guardian«  schreibt allein von »Hunderten finnischen Frauen«, die ihre Videos hochgeladen hätten.

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Auch deutsche Politikerinnen und Politiker stärken Marin den Rücken. Stefan Seidler, Abgeordneter des SSW im Bundestag, verbreitete bei Twitter ein Video, das ihn beim Tanz mit einer älteren Dame zeigt. Dazu schrieb er ironisch: »Bevor es jemand leaked.« Der SSW ist die Partei der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein.

DER SPIEGEL

Die grüne Europaabgeordnete Hanna Neumann veröffentlichte bei Twitter das Video eines Parteitages von 2018. Dort sind vier Frauen auf einer Galerie zu sehen, die im Takt wippen und die Arme schwingen. Eine davon sei die heutige Außenministerin Annalena Baerbock. »Brave Mädchen kommen in den Himmel, rockende überall hin«, schrieb Neumann dazu.

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In Finnland dürfte Marin die Debatte indes als nicht ganz so lustig empfinden. Wegen der Vorwürfe unterzog sie sich bereits einem Drogentest, dessen Ergebnis in den nächsten Tagen erwartet wird. Und sie verteidigte sich. Sie habe noch nie Drogen genommen.

Etwas Anrüchiges habe sie nicht getan. »Ich hoffe, dass es im Jahr 2022 akzeptiert wird, dass auch Entscheidungsträger tanzen, singen und zu Partys gehen.« Im Übrigen sei sie jederzeit erreichbar und im Notfall verfügbar gewesen.

Umfragen zufolge ist Marin die beliebteste Politikerin im Land. Die unkonventionelle Art der Sozialdemokratin spaltet das Land dennoch.

Auf der einen Seite stehen jene, die sie als Vorreiterin einer neuen Generation von Politikerinnen sehen. Auf der anderen Seite all jene, die fürchten, die 36-Jährige habe die Ernsthaftigkeit ihres Amtes noch nicht verinnerlicht. Diese Gräben könnten sich nun vertiefen.

sms/dpa

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