Hammerattacke Pelosi-Angreifer hielt sich illegal in den USA auf

Paul Pelosi hat nach dem Hammerangriff in seinem Haus das Krankenhaus verlassen. Nun wird bekannt: Der mutmaßliche Täter hätte gar nicht im Land sein dürfen.
Nancy und Paul Pelosi (im Dezember 2019)

Nancy und Paul Pelosi (im Dezember 2019)

Foto: JOSHUA ROBERTS / REUTERS

Im Wahlkampf vor den Midterms in den USA hat der brutale Angriff auf Paul Pelosi für erhebliches Aufsehen gesorgt. Der Ehemann der demokratischen Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi war am vergangenen Freitag im Privathaus des Paares von einem Einbrecher mit einem Hammer schwer verletzt worden.

Nun konnte Pelosi das Krankenhaus verlassen. Wie seine Ehefrau bekannt gab, befindet er sich inzwischen wieder daheim. Er steht aber weiter unter ärztlicher Kontrolle. Unter anderem hatte er bei dem Angriff einen Schädelbruch erlitten und musste operiert werden. Die Prognosen stehen aber gut, eine vollständige Genesung ist möglich.

Der Angreifer hatte es nach bisherigem Stand der Ermittlungen bei seinem Einbruch auf Nancy Pelosi abgesehen gehabt. Eine politische Motivation wird vermutet. So habe er sie entführen wollen und laut Ermittlern vorgehabt, ihr »die Kniescheiben zu brechen«. Vor Gericht bekannte er sich nicht schuldig.

Wie die US-Behörden am Donnerstag bekannt gaben, hielt sich der 42-Jährige illegal im Land auf. Demnach habe der Kanadier das Land vor 14 Jahren als Besucher betreten. Allgemein gilt für kanadische Staatsbürger eine Frist von sechs Monaten, in der sie sich ohne Visum in den USA aufhalten dürfen.

Wie bekannt wurde, liegt ein Antrag bei den Strafbehörden in San Francisco vor, laut dem der mutmaßliche Angreifer nach dem Verbüßen einer möglichen Strafe an die Einwanderungsbehörden zu übergeben ist. Danach sei eine Ausweisung nach Kanada zu erwarten. Für seinen Angriff drohen ihm in den USA viele Jahre Haft.

Debatte über Bewachung von Politikern

Der Vorfall hat in den USA zu einer Diskussion darüber geführt, ob Spitzenpolitiker wie Nancy Pelosi, die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, und ihre Familien ausreichend geschützt sind. Der Täter war in das Haus eingedrungen und hatte nach Pelosi gesucht. Die 82-jährige US-Demokratin hielt sich aber in der Hauptstadt auf. Als die Polizei eintraf, schlug der Angreifer mit einem Hammer auf ihren gleichaltrigen Ehemann Paul ein und verletzte ihn schwer.

DER SPIEGEL

Nach Angaben der Ermittler gab der Täter nach seiner Festnahme an, er habe Nancy Pelosi als Geisel nehmen und mit ihr reden wollen. Hätte die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses die »Wahrheit« gesagt, hätte er sie gehen lassen. Hätte sie »gelogen«, wovon er ausgegangen sei, hätte er ihr die Kniescheiben zertrümmert.

Mehrere republikanische Vertreterinnen und Vertreter hatten sich spöttisch über die Attacke geäußert. Dabei gehen zahlreiche Beobachter davon aus, dass der Täter auch von der eskalierenden Rhetorik im konservativen Lager beeinflusst wurde.

jok/Reuters
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