Rede auf dem Parteitag Pence verspricht "Recht und Ordnung" bei Wiederwahl Trumps

Der demokratische Kandidat Biden? Eine Gefahr für die Sicherheit. Amerika? Auf dem Weg in den Sozialismus. Trump? Retter "unzähliger Leben". Das waren die Botschaften von Vizepräsident Mike Pence bei seiner Parteitagsrede.
US-Vizepräsident Mike Pence: "Zu viele Helden sind gestorben für die Verteidigung unserer Freiheit, um nun zu sehen, wie Amerikaner gegeneinander losschlagen"

US-Vizepräsident Mike Pence: "Zu viele Helden sind gestorben für die Verteidigung unserer Freiheit, um nun zu sehen, wie Amerikaner gegeneinander losschlagen"

Foto: Kevin Dietsch / EPA-EFE / Shutterstock

Mit scharfen Attacken auf den oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden haben die US-Republikaner von Amtsinhaber Donald Trump den Schlussspurt ihres Nominierungsparteitags eingeleitet. Vizepräsident Mike Pence warnte in seiner Rede, bei einem Wahlsieg Bidens im November drohten den USA Chaos und Gewalt: "Die harte Wahrheit ist: Sie werden in Joe Bidens Amerika nicht sicher sein." Biden sei "ein Trojanisches Pferd für die radikale Linke", so Pence.

Bei der Wahl am 3. November gehe es um nicht weniger als die Frage, "ob Amerika Amerika bleibt", sagte der 61-Jährige. Während der Präsident die Nation auf den Pfad von "Freiheit und Chancen" gesetzt habe, würden die USA unter Biden auf den "Pfad von Sozialismus und Niedergang" geraten.

Nach neuen wütenden Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt hat Pence den Amerikanern Recht und Ordnung bei einer Wiederwahl von Präsident Trump versprochen. "Wir werden auf den Straßen dieses Landes für jeden Amerikaner jeder Rasse, jeden Glaubens und jeder Hautfarbe Recht und Ordnung haben", sagte Pence im historischen Fort McHenry bei Baltimore in seiner Ansprache. Bei den Protesten handele es sich um "Gewalt und Chaos in unseren Städten, nicht um friedliche Demonstrationen". Die Trump-Regierung werde die Sicherheitskräfte und die Minderheiten im Land für vier weitere Jahre unterstützen.

Trump wird seine Nominierungsrede am Donnerstagabend halten. Zum Abschluss des Parteitags will er dann die Nominierung zum Kandidaten für die Wahl am 3. November annehmen.

Redner verteidigen Trump gegen Rassismusvorwürfe

Der viertägige Parteitag wird von Unruhen in der Stadt Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin überschattet. Auslöser war ein Polizeieinsatz am Sonntag, dabei wurde dem 29-jährigen Afroamerikaner Jacob Blake mehrfach in den Rücken geschossen. Der Familienvater liegt im Krankenhaus, nach Angaben seiner Familie ist er von der Hüfte abwärts gelähmt. Der Fall heizte die Proteste neu an, die vom Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis Ende Mai ausgelöst worden waren.

"Die Gewalt muss aufhören", sagte Pence. "Zu viele Helden sind gestorben für die Verteidigung unserer Freiheit, um nun zu sehen, wie Amerikaner gegeneinander losschlagen." Trump war nach Floyds Tod vorgeworfen worden, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und zu wenig Verständnis für den Zorn über Diskriminierung und Ungerechtigkeit zu zeigen. In seinen Prioritäten für eine zweite Amtszeit findet der Kampf gegen Rassismus keine Erwähnung. Zu den Wahlversprechen gehört aber eine Stärkung der Polizeikräfte im Land.

Mehrere afroamerikanische Redner nahmen Trump beim Parteitag gegen Rassismusvorwürfe in Schutz. So sagte etwa der Bürgerrechtler Clarence Henderson: "Er hat in vier Jahren mehr für schwarze Amerikaner getan als Joe Biden in 50."

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Pence lobt Trumps Krisenmanagement

Trotz rund 180.000 Toten bei der Corona-Pandemie in den USA pries Pence das Krisenmanagement Trumps. Sein frühzeitiges Handeln habe "unzählige amerikanische Leben gerettet und verschaffte uns Zeit, die größte nationale Mobilisierung seit dem Zweiten Weltkrieg zu starten", sagte der Vizepräsident, der zugleich der Corona-Task-Force im Weißen Haus vorsteht. "Letzte Woche sagte Joe Biden, dass es kein Wunder geben wird. Aber Joe scheint nicht zu verstehen, dass Amerika eine Nation der Wunder ist. Und ich bin stolz darauf, berichten zu können, dass wir auf dem Weg sind, bis Ende dieses Jahres den weltweit ersten sicheren, effektiven Coronavirus-Impfstoff zu haben."

Begleitet wird der Parteitag von dem als "extrem gefährlich" eingestuften Hurrikan "Laura". Pence sagte am Mittwoch Unterstützung für Regionen zu, die der Sturm treffen wird. "Laura" bewegte sich während der Rede von Pence als Hurrikan der Stufe vier auf die US-Küste im Golf von Mexiko zu. Meteorologen warnten unter anderem vor bis zu sechs Meter hohen Sturmfluten.

mfh/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.