Persischer Golf Haftmine an irakischem Öltanker entdeckt

Die Crew wurde in Sicherheit gebracht, Experten arbeiten an der Entschärfung: Im Persischen Golf ist an einem irakischen Öltanker eine Mine gefunden worden. Es ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art im Golf.
Schaden an einem japanischen Tanker 2019: Bereits damals machten die USA Iran für mehrere Minenangriffe im Persischen Golf verantwortlich

Schaden an einem japanischen Tanker 2019: Bereits damals machten die USA Iran für mehrere Minenangriffe im Persischen Golf verantwortlich

Foto: U.S. Navy via REUTERS

Bereits am Silvestertag gab es erste Berichte über einen verdächtigen Fund an einem irakischen Öltanker. Nun gibt es eine offizielle Bestätigung. An dem Schiff, das derzeit im Persischen Golf unterwegs ist, wurde irakischen Behörden zufolge eine Mine entdeckt. Ein Team von Sprengstoffexperten sei demnach im Einsatz, um den »großen« Sprengkörper zu neutralisieren und den Tanker zu evakuieren.

Bereits am Vortag hatten die Seeleute sich einem Bericht der Nachrichtenagentur AP zufolge besorgt geäußert. Die Crew habe demnach bereits befürchtet, dass eine Mine an der MT »Pola« befestigt sei, schreibt AP unter Berufung auf zwei private Sicherheitsfirmen. Der Tanker fahre unter der Flagge Liberias, heißt es weiter. Die irakischen Behörden haben die Angaben zu dem Tanker bisher nicht bestätigt.

Den irakischen Behörden zufolge befinde sich die Mine an einem Tanker, der von der irakischen Ölfirma Somo gemietet worden sei und ein anderes Schiff betankt habe. Die irakischen Einsatzkräfte würden »sich sehr anstrengen, die Mission zu erfüllen«, hieß es von der irakischen Media Cell, die an die Sicherheitsbehörden des Irak gekoppelt ist. Der Tanker befinde sich etwa 28 Seemeilen von der irakischen Küste entfernt in internationalen Gewässern. Weitere Details nannten die irakischen Behörden zunächst nicht.

Im Persischen Golf kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. 2016 hatten iranische Sicherheitskräfte zwei Boote der US-Marine festgesetzt, 2019 beschlagnahmte Iran einen britischen Öltanker. Im vergangenen April provozierten iranische Boote das US-Militär. Die Straße von Hormus im Persischen Golf gilt als weltweit wichtigste Seeroute für Öl.

Iran schickt Warnung an die USA

Bereits 2019 hatten die USA Iran für mehrere Minenangriffe auf Tanker in der Region verantwortlich gemacht. Teheran wendete sich nun in einem Schreiben an Uno-Generalsekretär António Guterres. In dem Brief warnt die Islamische Republik die USA vor gefährlichen militärischen Abenteuern in der Golfregion.

»Die Militärabenteuer der USA am Persischen Golf und am Golf von Oman haben sich verschärft, insbesondere in den vergangenen Wochen«, hieß es in dem Schreiben der iranischen Uno-Mission, das auch an den Südafrikaner Jerry Matthews Matjila und den Tunesier Eschagh al-Habib gerichtet war, die Vorsitzenden im Uno-Sicherheitsrat im Dezember 2020 beziehungsweise Januar 2021.

So seien in den vergangenen Tagen »provokative Flüge von Langstreckenbombern« durchgeführt worden. Solche »kriegstreibenden Maßnahmen« könnten die Lage in der Region auf ein »alarmierendes Niveau« bringen, heißt es in dem Schreiben weiter. Für die Folgen wären dann die USA verantwortlich.

Am 3. Januar ist der erste Jahrestag der gezielten Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani im Irak  durch US-Drohnen – und auf Trumps Befehl. Die USA befürchten einen iranischen Racheakt und haben daher ihre militärische Präsenz am Persischen Golf verstärkt.

asc/AP/Reuters/dpa
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