Peru Präsidentschaftskandidatin soll in U-Haft

Nach der Wahl in Peru deutet alles auf einen knappen Sieg des Kandidaten Castillo hin. Gegen die rechtspopulistische Politikerin Keiko Fujimori hat die Staatsanwaltschaft indes erneut Untersuchungshaft beantragt.
Kandidatin Keiko Fujimori

Kandidatin Keiko Fujimori

Foto: Denis Mayhua / dpa

Vier Tage nach der Präsidentenwahl in Peru hat die Staatsanwaltschaft erneut Untersuchungshaft gegen die Kandidatin Keiko Fujimori beantragt. Die rechtspopulistische Politikerin habe gegen ihre Auflagen verstoßen, hieß es am Donnerstag in der Begründung. Wegen Korruptionsvorwürfen war Fujimori in den vergangenen Jahren bereits mehrfach in Untersuchungshaft.

Unterdessen deutete alles auf einen knappen Sieg des Linkskandidaten Pedro Castillo gegen Fujimori hin. Nach der Auszählung fast aller Stimmen kam der Bewerber der marxistisch-leninistischen Partei Perú Libre auf 50,2 Prozent, Fujimori erhielt demnach 49,8 Prozent. Allerdings erklärte das Wahlamt bislang noch keinen der Kandidaten zum Sieger.

Nach Betrugsvorwürfen hatte Fujimoris Partei Fuerza Popular zuletzt zudem beantragt, rund 200.000 Stimmen für ungültig zu erklären, weil es in den Wahllokalen zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei. Wahlbeobachter hingegen erklärten, die Stichwahl am Sonntag sei größtenteils ordnungsgemäß abgelaufen.

Die 46-jährige Fujimori ist eine bekannte Figur der peruanischen Politik. Sie kandidierte zum dritten Mal, obwohl sie bei vielen Wählern verhasst ist. Wie ihr Vater Ex-Präsident Alberto Fujimori wurde sie wegen mehrerer Korruptionsskandale angeklagt, insgesamt saß sie gut anderthalb Jahre in Haft. Sie bestreitet die Vorwürfe.

Dennoch konnte Fujimori sogar im liberalen Lager einige Unterstützer zu den ihren zählen. Darunter etwa Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa. Der Grund dafür liegt in der Furcht vor dem Linkskandidaten, in dem seine Gegner einen verbohrten Ideologen erkennen, der in Peru eine sozialistische Diktatur nach dem Vorbild Venezuelas oder Kubas einführen will.

mfh/dpa