Junge Pflegekräfte in Deutschland Sie kommen aus aller Welt, um unser Gesundheitswesen zu retten

Auf der Schwäbischen Alb haben 21 junge Pflegekräfte ihre Ausbildung begonnen, 19 kommen aus dem Ausland. Wie blicken sie auf unsere Gesellschaft – und das System, in dem sie arbeiten?
Aus Reutlingen berichten Jan Petter und Bernhard Kahrmann (Fotos)
Pflegeschülerin Majlinda Reçica kam aus dem Kosovo nach Deutschland, ihre Mitschüler stammen aus Rumänien, Griechenland, Madagaskar oder Reutlingen

Pflegeschülerin Majlinda Reçica kam aus dem Kosovo nach Deutschland, ihre Mitschüler stammen aus Rumänien, Griechenland, Madagaskar oder Reutlingen

Foto: Bernhard Kahrmann / DER SPIEGEL
Globale Gesellschaft

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Am Anfang, sagt Abou Ouattara, habe er sich morgens gewundert. »Hallo?«, habe er Tag für Tag in den Besprechungsraum des Pflegeheims gerufen. Keine Antwort. »Nach zwei Wochen wusste ich, das ist hier so. In Deutschland umarmt dich keiner und in der Pflege ist eh immer Stress«, sagt er heute.

Ouattara ist einer von 21 jungen Pflegekräften, die im Herbst vor eineinhalb Jahren ihre Ausbildung im Jahrgang P2/2020 an der diakonischen Pflegeschule Reutlingen begonnen haben. 19 von ihnen haben eine Migrationsgeschichte, kommen aus Madagaskar, Marokko, Griechenland, Rumänien, Indien, dem Kosovo oder von der Elfenbeinküste. Sie wussten, dass das deutsche Gesundheitssystem sie dringend benötigt.

Auszubildender Abou Ouattara (dritter von links) mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern

Auszubildender Abou Ouattara (dritter von links) mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern

Foto: Bernhard Kahrmann / DER SPIEGEL

Pandemie, Pflegenotstand, Integration, Isolation. Beim aktuellen Jahrgang kam all das in wenigen Monaten zusammen, sagt Lehrerin Joanna Folek. Über die Pflege wird oft gesprochen, Experten, Politikerinnen und Verbände haben allerlei Meinungen und Vorschläge unterbreitet. Immer wieder verirrt sich eine erfahrene Pflegekraft ins Fernsehstudio. Doch was sagen diejenigen, die neu im System sind und es in den kommenden Jahren retten sollen? Bislang war das kaum Thema.

An einem Donnerstag im Winter sitzt die Klasse zusammen in Raum 06, die Tische sind wie ein Hufeisen aufgestellt. 15 sind gekommen. Drei Schülerinnen sind aus Quarantäne per Video zugeschaltet. Die Klasse will erzählen.

In den kommenden Jahren werden Hunderttausende wie Abou gebraucht

Bis 2030 benötigt Deutschland schätzungsweise 180.000 zusätzliche Pflegekräfte. Mindestens. Schon jetzt fehlen Zehntausende. In der Pandemie ist dieser Mangel schmerzhaft spürbar geworden. Wurden die Krankenschwestern und Altenpfleger anfangs für ihre Arbeit beklatscht, diskutiert man inzwischen, wie viele noch kündigen werden. Die Stimmung ist angespannt.

Schon heute kommen mehr als 200.000 Pflegekräfte aus dem Ausland. Auch bei der Diakonie Württemberg steigt der Anteil. Anders als Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn, der vor allem fertig ausgebildete Fachkräfte aus dem Ausland abwarb, wird hier auf eine Ausbildung vor Ort gesetzt. »Wir wollen niemanden importieren, der woanders für uns billig ausgebildet wurde«, sagt Joanna Folek. Sie sei selbst »zum Glück« hier ausgebildet worden, sagt die Altenpflegerin und gebürtige Polin.

Lehrerin Joanna Folek vor ihrer Klasse: »Wir wollen niemanden importieren, der woanders für uns billig ausgebildet wurde«

Lehrerin Joanna Folek vor ihrer Klasse: »Wir wollen niemanden importieren, der woanders für uns billig ausgebildet wurde«

Foto: Bernhard Kahrmann / DER SPIEGEL

Die Ausbildung mit deutschem Vertrag hat Vorteile. Sie erleichtert die Integration, bietet die gleiche Bezahlung. Die P2 kann als Vorzeigeklasse betrachtet werden. Doch was heißt das, wenn man das deutsche Gesundheitssystem mitten in seiner vielleicht größten Krise kennenlernt? Wie schauen die jungen Menschen nun, eineinhalb Jahre später, auf unsere Gesellschaft?

Achraf El Bouziani, 27, erzählt:

»Ich wusste anfangs nicht, was ein Altenheim ist. In Marokko gilt es als respektlos, die Alten nicht selbst zu pflegen. Auch meine Eltern waren skeptisch. Pflege ist meist eine Frauenaufgabe. Ich habe Mathe und Wirtschaft studiert, meine Familie kommt aus der Mittelschicht. Ich fand diesen Beruf von Anfang an spannend, in Deutschland ist Pflege wie eine kleine Wissenschaft. Meine Chefin im Heim hat mir am Anfang geholfen und mich allen vorgestellt. So, hat sie gesagt, das ist Achraf, bitte helft ihm. Das war Gold wert. Sie hat auch dafür gesorgt, dass ich mit jüngeren Kolleginnen und Kollegen Dienst habe. Ich bin im Heim der Erste aus einem arabischen Land. Daheim in Marokko haben wir meine Großeltern selbst gepflegt. Ich habe sie ins Bett gebracht und manchmal geduscht. Als ich hier zum ersten Mal einen alten Mann waschen sollte, war es mir dennoch sehr unangenehm, ich schämte mich. Nicht meinetwegen, sondern seinetwegen. Ich wollte doch nicht, dass es ihm unangenehm ist.«

Achraf El Bouziani im Altenheim in Pfullingen auf der schwäbischen Alb: »Wenn man Kollegen anspricht, sagen fast alle: ›Geht schon. Muss ja.‹ Das ist auch Teil des Problems«

Achraf El Bouziani im Altenheim in Pfullingen auf der schwäbischen Alb: »Wenn man Kollegen anspricht, sagen fast alle: ›Geht schon. Muss ja.‹ Das ist auch Teil des Problems«

Foto: Bernhard Kahrmann / DER SPIEGEL

Achraf El Bouziani ist nicht der einzige Akademiker in der Klasse von Joanna Folek. Viele andere haben ebenfalls eine Universität besucht, manche kommen auch direkt von der Schule. Die jüngste Pflegeschülerin in Klasse P2/2020 ist gerade 19 Jahre alt. Die älteste ist 55.

Petra Haussecker leitet seit 25 Jahren die Pflegeschule, auch sie ist gelernte Altenpflegerin. Die Globalisierung ihrer Branche sieht Haussecker als Chance. Die migrantischen Pflegekräfte seien selbstständig und schlau, sagt sie, viele gut ausgebildet. »Im Vergleich können unsere Azubis aus dem Nachbardorf oft einpacken.«

Ihre neuen Auszubildenden hätten sich meist bewusst für diesen Weg entschieden, sagt Haussecker. »Die aus den afrikanischen Ländern beispielsweise wissen genau, in welche Länder sie für eine gute Ausbildung gehen müssen: für Jura nach Australien, für BWL in die USA. Und für die Pflege, da kommen sie zu uns.«

Schulleiterin Petra Haussecker: »Im Vergleich können unsere Azubis aus dem Nachbardorf oft einpacken«

Schulleiterin Petra Haussecker: »Im Vergleich können unsere Azubis aus dem Nachbardorf oft einpacken«

Foto: Bernhard Kahrmann / DER SPIEGEL

Die jetzige Generation sei anders als vorherige, meint Haussecker, auch weil sie so dringend gebraucht werde und die meisten sich bewusst für diesen Job und Deutschland entscheiden. »Die sehen die Pflege nicht mehr als Resterampe. Anders als für uns ist es für sie oft eine wichtige Aufgabe.«

Die Zahl der ausländischen Pflegekräfte in Deutschland ist heute dreimal höher als noch 2013. Ihr Anteil dürfte noch weiter steigen, genau wie die Zahl der Pflegebedürftigen. Nach Jahren der Vernachlässigung könnte die Pflege für viele Menschen ein Tor in die deutsche Gesellschaft werden, hofft Haussecker. Das Zusammenleben von Migrantinnen und Deutschen könne sich dadurch verändern, die Pflegearbeit in der älter werdenden Gesellschaft einen neuen Stellenwert bekommen.

Auch eine Schülerin aus Madagaskar wollte auf jeden Fall nach Deutschland. Step-by-step, so sagt sie, sei sie hier angekommen. Nach einem Jahr als Au-pair half ihr die Gastmutter, ein FSJ zu suchen, ihr Deutsch zu verbessern und danach einen Ausbildungsplatz zu finden. Dabei hatte sie ursprünglich bereits Management studiert. Doch in ihrem Heimatland konnte sie damit keine Anstellung finden, arbeitete stattdessen in einem Callcenter für europäische Mobilfunkanbieter. »In meinem Freundeskreis«, sagt sie, »sind heute bestimmt 50 Prozent ausgewandert.«

Die Klasse P2/2020 gehört zu den Ersten im neuen Ausbildungssystem

Die Klasse P2/2020 gehört zu den Ersten im neuen Ausbildungssystem

Foto: Bernhard Kahrmann / DER SPIEGEL

Für sie ist die Ausbildung nun eine Chance auf ein sicheres Leben. Die Klasse P2/2020 gehört zu den Ersten im neuen Ausbildungssystem. Sie werden nicht mehr nur als Altenpfleger oder Krankenschwestern ausgebildet, sondern lernen verschiedene Bereiche des Gesundheitssystems kennen.

Natürlich, sagt Lehrerin Joanna Folek später, gehe es auch schlicht darum, Geld zu verdienen. Manche hätten sich welches geliehen, um Deutschstunden zu belegen. Andere nutzten ihr Gehalt, um jeden Monat etwas nach Hause zu schicken. Sie sind junge Menschen auf der Suche nach Arbeit und Zukunft. »Wenn sie könnten«, meint Folek, »würden manche auch noch neben der Ausbildung zusätzlich arbeiten.«

Auch Majlinda Reçica hat in ihre Ausbildung Geld investiert. Ein Jahr lang belegten sie und ihre beste Freundin in Pristina fast täglich einen Sprachkurs. Die letzten Monate absolvierten sie bereits vor dem Laptop, um am Ende nach Deutschland zu können. Da war das Virus schon allgegenwärtig, auch im Kosovo. Heute, meint sie, sei sie froh, dass sie es geschafft habe. »Seht es doch mal so«, sagt Reçica der Klasse, »während überall auf der Welt Leute ihren Job verloren haben, ist unserer sicher.«

Auszubildende Majlinda Reçica: »Während überall auf der Welt Leute ihren Job verloren haben, ist unserer sicher«

Auszubildende Majlinda Reçica: »Während überall auf der Welt Leute ihren Job verloren haben, ist unserer sicher«

Foto: Bernhard Kahrmann / DER SPIEGEL

Und doch musste auch sie kämpfen. In den ersten Tagen im Heim, erzählt Majlinda Reçica, sei sie auf Frauen getroffen, die schon länger hier arbeiteten und auch vom Balkan kamen. Sie hätten gespürt, wie schwer es für sie gewesen sei, fremde Menschen zu waschen, eine vor Kurzem noch unbekannte Sprache zu sprechen. Schließlich habe eine Kollegin ihr einen Tipp gegeben: »Wenn du nicht mehr kannst«, sagte sie, »denk an deine Eltern. Und dann mach es gut.«

Alle in der Klasse haben bereits 12 Tage durchgearbeitet – oder länger

Eineinhalb Jahre sind genug, um die Realität kennenzulernen. Erst recht jetzt. Manchmal, sagt die Klasse, fühle es sich an, als hätten sie schon doppelt so lang gearbeitet. Viele Vorgespräche vor dem Treffen finden abends am Telefon statt, nach langen Arbeitstagen. Nach einer Stunde sind die meisten todmüde. Auch im Unterricht von Frau Folek ist Erschöpfung oft Thema.

»Wir sind die einzigen Menschen, die viele Bewohner jetzt regelmäßig sehen. Seit fast zwei Jahren.«

»Wenn ich nach Hause komme, kann ich oft nicht schlafen. Ich sitze dann bis 1 Uhr einfach nur da. Auch wenn ich am nächsten Tag um 4.30 Uhr wieder rausmuss.«

»Ich habe jetzt oft zwölf Tage durchgearbeitet. Immer wieder. Danach geht man wie ein Zombie.«

»Ich 15.«

»Das ist doch nicht erlaubt?«

»Ja, aber passiert trotzdem.«

Auf die Nachfrage, ob es jemanden gebe, der noch keine zwölf Tage durcharbeiten musste, herrscht Stille. Niemand meldet sich.

Schließlich sagt einer: »Bei uns sagt man, dass man zwei Tage braucht, um wieder ein Mensch zu werden. Einen für den Kopf. Und einen für den Körper.«

»Und dann braucht man noch einen für den Haushalt. Aber den gibts nicht.«

Die Klasse kennt das Gesundheitssystem nur im Krisenmodus. Aufgehört hat noch keiner

Die Klasse kennt das Gesundheitssystem nur im Krisenmodus. Aufgehört hat noch keiner

Foto: Bernhard Kahrmann / DER SPIEGEL

Immer wieder geht es auch um Rassismus. Dass sie aus dem Ausland kämen, sei für die Alten eigentlich nie ein Problem, sagen die meisten. »Wir haben ehemalige Gastarbeiter«, sagt eine Schülerin. »Dass ich Griechin bin, gefällt denen.« Majlinda Reçica sagt schließlich: »Es gibt schon auch Rassismus. Meistens kommt das aber eher von den Kollegen, man spürt es oft auch nur beiläufig. Ich habe das im Krankenhaus erlebt. Es stresst mich, dass manche Leute denken, ich würde nicht gut arbeiten.«

»Es ist nicht nur Ausgrenzung«, meint Achraf El Bouziani. »Wir haben emotional so viel Druck. Auch den Bewohnern fehlt Seelsorge. Aber wenn man Kollegen anspricht, sagen fast alle: ›Geht schon. Muss ja.‹ Ich verstehe dieses Verhalten nicht. Das ist ja auch Teil des Problems.« Andere nicken. Es scheint in vielen Heimen alltäglicher zu sein, irgendwann zu kündigen, als offen über Probleme zu reden. Mit dem Druck gingen die deutschen Kollegen ganz unterschiedlich um.

Eine Schülerin erzählt: »Manche helfen dann nicht, sondern stehen daneben und geben Anweisungen. Mach so, mach so, mach so. Es gibt Momente, da bekomme ich unangenehme Aufgaben und die Kollegen laufen weg. Dann putze ich allein und frage mich, ob das jetzt immer so bleibt.«

Pflegeschülerin Majlinda Reçica: »Wir arbeiten uns körperlich ab für die Angehörigen«

Pflegeschülerin Majlinda Reçica: »Wir arbeiten uns körperlich ab für die Angehörigen«

Foto: Bernhard Kahrmann / DER SPIEGEL

Auch mit den Angehörigen sei es manchmal schwierig. Viele kämen nur einmal in der Woche. Schon das irritiert viele, die Pflege aus ihren eigenen Familien anders kennen. Wenn dann etwas nicht stimme, gebe es schnell Ärger. Die Anspruchshaltung sei hoch. Dabei seien sie es, die die Verwandten täglich pflegten. Ein Schüler sagt: »Wir arbeiten uns körperlich ab für die Angehörigen. Wir machen uns doch kaputt, damit die das nicht müssen.«

Manche im Kurs fragen sich: Habe die Kinder vielleicht ein schlechtes Gewissen? Sind manche Angehörigen deshalb so unfreundlich?

19 von 21 Auszubildenen haben eine Migrationsgeschichte, die jüngste war zu Beginn gerade volljährig, die älteste ist 55 Jahre alt

19 von 21 Auszubildenen haben eine Migrationsgeschichte, die jüngste war zu Beginn gerade volljährig, die älteste ist 55 Jahre alt

Foto: Bernhard Kahrmann / DER SPIEGEL

Als die Klasse mit ihrer Ausbildung begann, war der Applaus auf deutschen Balkonen bereits verklungen. Zu Weihnachten bekamen sie Geschenke. Jutebeutel oder Äpfel. Sie wolle nicht unhöflich sein, sagt die junge Frau aus Madagaskar, die in diesem Text lieber anonym bleiben möchte. Aber eine Erhöhung des Ausbildungsgehalts wäre ihr lieber gewesen. Aktuell verdient sie 1100 Euro brutto. Ein Flug zu ihren Eltern nach Madagaskar koste aktuell etwa das doppelte. Sie war seit mehr als zwei Jahren nicht mehr bei ihnen.

Gibt es etwas außer Geld, das die Lage verbessern könnte? Petra Haussecker meint, dass vieles besser wäre, wenn Pflegekräfte ihre Schichten gemeinsam planen und sich auch nach der Ausbildung weiterbilden könnten. »Wer sich selbst organisieren darf, ist zufriedener«, meint sie. Die Realität sei jedoch eine andere: »Es wird erwartet, dass alle alles machen, und zwar in Vollzeit, spontan und grundsätzlich früh morgens. Das zermürbt die Leute viel mehr als alles andere.«

Neben der Arbeitsbelastung und der Bezahlung sorgt auch die Impfpflicht für Diskussionen. Die Schulstunde ist längst um, doch das Thema beschäftigt die Klasse. Kurz vor Weihnachten war noch ein Drittel ungeimpft. Inzwischen sind alle geimpft, niemand hier wird wegen einer Impfpflicht aufhören müssen. Und doch ärgern sich viele. »Wenn das kommt«, sagt Majlinda Reçica, würden in ihrem Heim sicherlich Kollegen aufhören. »Was heißt das? Dass wir Geimpften in Zukunft noch mehr Arbeit bekommen.« Die anderen nicken.

Achraf El Bouziani: »Jetzt verstehen immerhin schon mal meine Eltern, dass das ein richtiger Beruf ist«

Achraf El Bouziani: »Jetzt verstehen immerhin schon mal meine Eltern, dass das ein richtiger Beruf ist«

Foto: Bernhard Kahrmann / DER SPIEGEL

Bis die Klasse P2/2020 mit ihrer Ausbildung fertig ist, werden noch einmal eineinhalb Jahre vergehen. Sie sind 21 von etwa 1,7 Millionen Pflegekräften. Die Neuen. Viele von ihnen fragen sich, wie es für sie weitergehen wird.

Achraf El Bouziani erzählt, wie er über das Telefon kürzlich einer Tante in Marokko helfen konnte, die plötzlich krank im Bett lag. »Parkinson«, diagnostizierte er richtig, die Anzeichen habe er in Reutlingen gelernt. »Jetzt verstehen immerhin schon mal meine Eltern, dass das ein richtiger Beruf ist.«

Dieser Beitrag gehört zum Projekt Globale Gesellschaft

Unter dem Titel »Globale Gesellschaft« berichten Reporterinnen und Reporter aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa – über Ungerechtigkeiten in einer globalisierten Welt, gesellschaftspolitische Herausforderungen und nachhaltige Entwicklung. Die Reportagen, Analysen, Fotostrecken, Videos und Podcasts erscheinen in einer eigenen Sektion im Auslandsressort des SPIEGEL. Das Projekt ist langfristig angelegt und wird von der Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) unterstützt.

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