Kritik an Polens Präsident Duda macht seine Tochter zur Beraterin

Polens Präsident Duda lässt sich von seiner Tochter Kinga beraten. Das Engagement sei rein ehrenamtlich, teilte er nun mit. Kritiker werfen ihm Vetternwirtschaft vor, die Rede ist von der "polnischen Ivanka Trump".
Wahlabend in Polen im Juli: Präsident Andrzej Duda mit Ehefrau Agata Kornhauser-Duda (l.) und Tochter Kinga

Wahlabend in Polen im Juli: Präsident Andrzej Duda mit Ehefrau Agata Kornhauser-Duda (l.) und Tochter Kinga

Foto: Andrzej Iwanczuk/ Reporter/ Eastnews/ imago images

Mit knapper Mehrheit hat der polnische Präsident Andrzej Duda im Juli sein Amt verteidigt. Nach dem Wahlsieg steht ihm eine neue Beraterin zur Seite: seine 25 Jahre alte Tochter Kinga. Laut der Website des Präsidialamtes berät die Juristin ihren Vater bereits seit August. Eine offizielle Stellungnahme gab es zum Zeitpunkt ihrer Ernennung aber nicht. Nun hat sich Präsident Duda geäußert.

Seine Tochter bekomme für ihre ehrenamtliche Tätigkeit kein Gehalt, teilte er Mittwochabend auf Twitter mit. Bei politischen Kommentatoren stößt der Schritt dennoch auf Kritik.

Die Rede ist von Vetternwirtschaft und einer "polnischen Ivanka Trump" - in Anspielung auf die Tochter des US-Präsidenten Donald Trump, die seit 2017 als Beraterin ihres Vaters fungiert und oft als Beispiel für die Verquickung von Familieninteressen und Amtsgeschäften genannt wird.

Im politischen Leben ist Kinga Duda bislang kaum aktiv in Erscheinung getreten. Am Abend der Stichwahl um die polnische Präsidentschaft, die ihr Vater knapp gewann, wandte sie sich mit einem versöhnlichen Appell an die Öffentlichkeit. Niemand habe es verdient, zum Objekt des Hasses zu werden, "unabhängig davon, an was wir glauben, welche Hautfarbe und welche Ansichten wir haben (...) und wen wir lieben." Diese Botschaft stand im Kontrast zu den homophoben Äußerungen Dudas im Wahlkampf.

asc/dpa

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