Wegen Russlands Aggression Polen bildet Postbeschäftigte an Waffen aus

Polen will angesichts des Ukrainekrieges seine Streitkräfte ausbauen. Nun bekommen die 70.000 Mitarbeiter der Post ein Angebot zu einer freiwilligen Weiterbildung. Auf dem Programm: »grundlegende Schießfertigkeiten«.
Polnische Soldaten bei einem Training unter US-Leitung Anfang Juli in Białystok

Polnische Soldaten bei einem Training unter US-Leitung Anfang Juli in Białystok

Foto: Omar Marques / Getty Images

Polen sieht sich seit Beginn von Russlands Invasion der Ukraine als Frontstaat und will deshalb sein Militär stärken. Vor diesem Hintergrund sollen die Beschäftigten der polnischen Post bald von Soldaten an der Waffe ausgebildet werden. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem Heimatschutz (WOT) der polnischen Armee werde im August unterzeichnet, sagte ein Sprecher der Post der Nachrichtenagentur dpa.

In einem Erlass des Postvorstandes heißt es, die Beschäftigten sollen in dem Kursus die Sicherheitsregeln im Umgang mit Waffen lernen und »grundlegende Schießfertigkeiten« erwerben. Die Ausbildung diene der Verbesserung der Verteidigungsbereitschaft Polens, sagte der Sprecher des Heimatschutzes der Zeitung »Dziennik Gazeta Polska«.

Teilnahme freiwillig

Polens Post hat rund 70.000 Angestellte. Für das erste Schießtraining sind tausend Plätze vorgesehen, weitere Angebote sollen folgen. Die Teilnahme ist freiwillig. Absolventen des Trainings haben gute Chancen bei der Aufnahme in die Heimatschutz-Verbände.

Polen plant schon seit Längerem, die Zahl seiner Streitkräfte zu vergrößern. So wurde kürzlich ein freiwilliger Grundwehrdienst eingeführt. Gegenwärtig zählt die polnische Armee 110.000 Soldaten, hinzu kommen die 30.000 Männer und Frauen im Heimatschutz. Geplant ist eine personelle Aufstockung auf 250.000 Berufssoldaten und 50.000 Mitglieder des Heimatschutzes.

col/dpa
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