Arbeiten sollen sofort beginnen Polen errichtet Stacheldrahtzaun an Grenze zu Kaliningrad

Neue Mauer in Osteuropa: Die 200 Kilometer lange Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad will Polen absichern – und baut deshalb nun eine Grenzanlage. Es soll auch elektronische Überwachung geben.
Grenze mit Blick auf Kaliningrad

Grenze mit Blick auf Kaliningrad

Foto: Sean Gallup / Getty Images

Polen will eine provisorische Absperrung an seiner mehr als 200 Kilometer langen Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad errichten. Es handele sich um einen 2,5 Meter hohen und drei Meter breiten Stacheldrahtverhau, teilte Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak der Agentur PAP zufolge am Mittwoch in Warschau mit. Die Arbeiten würden sofort beginnen.

»Es liegt uns viel daran, dass diese Grenze dicht ist«, betonte der Politiker der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS). Blaszczak begründete den Schritt zum einen mit der nationalen Sicherheit. Zum anderen würden Migrantinnen und Migranten aus dem Nahen Osten oder Nordafrika mit dem Flugzeug nach Kaliningrad kommen und versuchen, von dort auf EU-Gebiet zu gelangen.

Entlang der Absperrung sollen zusätzlich Geräte zur elektronischen Grenzüberwachung installiert werden. Auf polnischer Seite ist ein Zaun im Vorfeld der Grenze zum Schutz von Wildtieren vorgesehen, heißt es. Kaliningrad, das frühere ostpreußische Königsberg, gehört zu Russland und liegt direkt an der Ostsee zwischen Polen und Litauen.

Der polnische Präsident Andrzej Duda unterstütze »alle Initiativen, die zur Erhöhung der Sicherheit Polens und seiner Bürger« führten, teilte ein Sprecher des Staatsoberhaupts am Mittwoch mit. Im vorigen Jahr hatte Polen bereits eine Mauer entlang der Grenze der Europäischen Union zu Belarus (Weißrussland) fertiggestellt. Es bestehe kein Zweifel, dass diese einen »hybriden Angriff« von belarussischem Gebiet aus unmöglich mache, betonte Blaszczak nun.

til/dpa
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