Deutschlands Nachbarstaaten Polen und die Schweiz werden zu Corona-Hochrisikogebieten

In Europa steigen die Infektionszahlen weiter – nach Belgien und den Niederlanden werden nun auch Polen und die Schweiz wieder als Hochrisikogebiete eingestuft. Auch drei weitere Länder kommen auf die Liste.
Ein Protest gegen Coronamaßnahmen im schweizerischen Bern

Ein Protest gegen Coronamaßnahmen im schweizerischen Bern

Foto: Anthony Anex / dpa

Die vierte Coronawelle flutet Europa. Wegen hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung nun Polen und die Schweiz als Hochrisikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Beide Länder sind bei den Deutschen als Winterreiseziele beliebt. Die Regelung gilt ab Sonntag.

Auch Liechtenstein, Jordanien und Mauritius werden so eingestuft. Von der Risikoliste gestrichen werden Thailand, Usbekistan und St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik.

Insgesamt werden ab Sonntag weltweit wieder mehr als 60 Länder vom RKI ganz oder teilweise als Hochrisikogebiete geführt. Hinzu kommen acht Virusvariantengebiete in Afrika, für die noch strengere Einreisebeschränkungen gelten. Sie waren wegen der Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus in die höchste Risikokategorie eingestuft worden.

Strenge Quarantäne

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

In der Europäischen Union hatte es im Spätsommer zwischenzeitlich gar keine Corona-Hochrisikogebiete gegeben. Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Coronalage.

Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet ist automatisch auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts verbunden. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot.

Polen wähnt sich in Sicherheit

Das schweizerische Bundesamt für Gesundheit meldete für die Schweiz und das benachbarte Fürstentum Liechtenstein geeint 9546 neue Coronavirus-Ansteckungen. Zudem habe es 18 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben. Die Auslastung der Intensivbetten liegt in der Schweiz bei mehr als 80 Prozent.

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Polens Regierung glaubt derweil, die vierte Welle bereits gebrochen zu haben. Für Freitag meldete das polnische Gesundheitsministerium rund 27.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages, einige Hundert weniger als am Vortag, sowie 470 Todesfälle seit dem Vortag. Am Mittwoch hatte die Zahl der Toten mit 570 den höchsten Wert der aktuellen Pandemiewelle erreicht. Den Höchstwert hatte Polen im April mit über 35.000 neuen Fällen und 954 Toten binnen einem Tag registriert.

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mrc/dpa
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