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Schutz vor »schlimmstem« Szenario Polens Verteidigungsminister spricht von Vorbereitungen auf russischen Angriff

Greift Russland ein weiteres Nachbarland an? Polens Verteidigungsminister hält das offenbar für denkbar. Nun bereitet sich das Land nach seinen Angaben auf den Ernstfall vor.
Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz: Warnung »nicht einfach so dahergesagt«

Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz: Warnung »nicht einfach so dahergesagt«

Foto: Piotr Nowak / EPA

Am 24. Februar jährt sich der Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine zum zweiten Mal. Die Welt ist seither eine andere, die Nato-Staaten sind enger aneinandergerückt, autokratische Länder und der Westen gespalten wie lange nicht. Polen ist Nato-Mitglied und zugleich ein Nachbar Russlands – und befindet sich nach den Worten seines Verteidigungsministers in einer brenzligen Lage.

Polen müsse sich auf einen möglichen Krieg mit Russland vorbereiten, sagte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz der Tageszeitung »Super Express« . Auf die Frage, ob er eine militärische Niederlage der Ukraine und einen direkten Angriff Russlands auf Polen für möglich halte, antwortete der konservative Politiker: »Ich rechne mit jedem Szenario und nehme die schlimmsten am ernstesten. Das ist die Aufgabe eines Verteidigungsministers in der Situation, in der wir uns heute befinden.«

Konkrete Vorbereitungen

Der 42-Jährige betonte, dass er diese Worte »nicht einfach so dahergesagt«, sondern sorgfältig abgewogen habe. Sein Ministerium habe bereits konkrete Vorbereitungsschritte begonnen. So prüfe man, welche Lücken es in der Bewaffnung noch gebe. Dabei seien große Rüstungsbeschaffungen zwar sehr wichtig, aber die individuelle Ausrüstung jedes einzelnen Soldaten müsse ebenso ernst genommen werden. Polen werde eine sehr bedeutende Rolle bei der gemeinsamen Verteidigung der Europäischen Union spielen, das wisse auch die EU-Kommission, sagte der Minister.

Die EU selbst plant zum zweiten Jahrestag des russischen Angriffskriegs ein neues Paket mit Russlandsanktionen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sieht es eine erhebliche Erweiterung der Liste mit Personen und Einrichtungen vor, deren Vermögenswerte in der EU eingefroren werden müssen. Zudem sollen auch weitere Unternehmen sanktioniert werden, die zur militärischen und technologischen Stärkung Russlands oder zur Entwicklung seines Verteidigungs- und Sicherheitssektors beitragen.

mrc/dpa