Polnischer Grenzschutz Weiterer Migrant an der Grenze zu Belarus gestorben

Nach dem Fund von vier Leichen an der Grenze zwischen Polen und Belarus ist dort ein weiterer Mann ums Leben gekommen. Der polnische Grenzschutz spricht von einem mutmaßlichen Herzinfarkt.
Grenze zwischen Polen und Belarus

Grenze zwischen Polen und Belarus

Foto: Dominika Zarzycka / imago images/NurPhoto

In Polens Grenzgebiet zu Belarus ist nach Angaben des polnischen Grenzschutzes erneut ein Migrant gestorben. In der Nacht zu Freitag sei 500 Meter von der Grenze zum östlichen Nachbarland eine Gruppe von Menschen aus dem Irak angehalten worden, teilten die Grenzschützer auf Twitter mit. Einer der Männer sei vermutlich an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben, Wiederbelebungsversuche durch Rettungskräfte eines Krankenwagens seien vergeblich gewesen. Ein weiterer Mensch sei nach einem positiven Covid-Test in ein Krankenhaus gebracht worden.

Die Angaben des Grenzschutzes lassen sich nicht unabhängig überprüfen, da Polen in der Grenzregion zu Belarus den Ausnahmezustand verhängt hat. Journalistinnen und Vertreter von Hilfsorganisationen haben keinen Zutritt.

Eine Frau wohl über die Grenze gezogen worden

Bereits am Sonntag waren im polnischen Grenzgebiet nach Angaben von Regierungschef Mateusz Morawiecki die Leichen von drei Menschen entdeckt worden. Zudem sei die Leiche einer Irakerin nur einen Meter von der belarussisch-polnischen Grenze entdeckt worden. Die Personen sollen versucht haben, irregulär über die Grenze zu gelangen, um nach Polen einzureisen.

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zu den Todesfällen eingeleitet, teilte der polnische Grenzschutz auf  Twitter mit. Polens Premierminister Mateusz Morawiecki nannte keine weiteren Einzelheiten, erklärte aber auf Facebook , dass er mit dem Innenminister und dem Chef des Grenzschutzes in Kontakt stehe und dass mögliche Verbindungen zwischen diesen »dramatischen Ereignissen und den belarussischen Provokationen« an der polnischen Ostgrenze untersucht werden würden.

Die Grenze zwischen Polen und Belarus steht wie andere EU-Ostgrenzen derzeit verschärft im Fokus: Polens Präsident Andrzej Duda hatte Anfang des Monats einen Notstand an der Grenze verhängt, nachdem in den vergangenen Monaten Tausende Schutzsuchende aus dem Nahen Osten über Belarus in die Europäische Union gekommen waren.

Die EU geht von einer Vergeltungsaktion des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko für Sanktionsbeschlüsse der EU aus. Es wird vermutet, dass die belarussischen Behörden die Migrantinnen und Migranten gezielt ins Land holen und an die Grenzen zu den östlichen EU-Staaten schleusen.

muk/dpa
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