Port-au-Prince Polizeiakademiechef von Haiti erschossen

Haiti wird zunehmend von Banden beherrscht, die Behörden scheinen machtlos. Der tödliche Schuss auf den hochrangigen Harington Rigaud ist nur der jüngste Angriff auf Polizeibeamte in der Hauptstadt.
Ein Polizeiwagen Anfang November in der Hauptstadt Port-au-Prince

Ein Polizeiwagen Anfang November in der Hauptstadt Port-au-Prince

Foto: Richard Pierrin / AFP

Der Chef der Nationalen Polizeiakademie im Karibikstaat Haiti ist in einem für Bandenkriminalität bekannten Teil der Hauptstadt Port-au-Prince erschossen worden. Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, Harington Rigaud sei am Freitag unweit der Akademie in seinem Wagen »in den Kopf geschossen worden«.

Es ist nur der jüngste einer Reihe von Angriffen auf die Strafverfolgungsbehörden, einschließlich der Ermordung von Polizeibeamten. Wer für die Ermordung von Rigaud verantwortlich ist, war zunächst nicht bekannt.

Der Angriff geschah in einem Stadtteil, der vom Bandenführer Vitelhomme Innocent kontrolliert wird. Er wird von den USA gesucht, da ihm die Beteiligung an der Entführung von 16 US-amerikanischen Missionaren vorgeworfen wird. US-Behörden haben eine Belohnung von bis zu einer Million US-Dollar für Informationen ausgelobt, die zu seiner Ergreifung führen.

Durch Bandenterror vertrieben: Menschen auf den Straßen von Port-au-Prince

Durch Bandenterror vertrieben: Menschen auf den Straßen von Port-au-Prince

Foto: RALPH TEDY EROL / REUTERS

Der von Armut, politischen Krisen, Gewalt und Naturkatastrophen heimgesuchte Karibikstaat kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. Die Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Juli 2021 sowie ein schweres Erdbeben im folgenden Monat haben die Probleme des Landes weiter verschärft. Das Land kämpft derzeit zudem gegen einen Cholera-Ausbruch.

Die haitianische Polizei verfügt nach Uno-Angaben über rund 13.000 Beamte – damit kommt etwa ein Polizist auf 1000 Einwohnerinnen und Einwohner. Für den Kampf gegen die Bandenkriminalität reicht das nicht aus. Im vergangenen Monat hatte Haiti um internationale Hilfe im Umgang mit der Sicherheitskrise im Land gebeten.

sak/AFP/AP
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