Neue Enthüllungen Präsident Trump soll US-Generäle als "Trottel und Babys" beschimpft haben

Ex-Außenminister Tillerson nannte Präsident Trump vor seinem Abgang einen "Schwachkopf" - ein neues Buch enthüllt nun, was davor geschah. Trump soll vor hohen Militärs komplett ausgerastet sein.
Der damalige US-Außenminister Tillerson, Präsident Trump: "Ihr seid alle Verlierer"

Der damalige US-Außenminister Tillerson, Präsident Trump: "Ihr seid alle Verlierer"

Foto: CARLOS BARRIA/ REUTERS

Präsident Donald Trump hat bei einem Treffen im Lageraum des Pentagon, auch "Tank" genannt, für Entsetzen vor allem bei seinem damaligen Außenminister Rex Tillerson gesorgt. Mit im Raum war noch der damalige Verteidigungsminister Jim Mattis, Vizepräsident Mike Pence und Trumps Ex-Wirtschaftsberater Gary Cohn, als der Präsident US-Generäle und andere Topmilitärs pauschal als "Trottel und Babys" verunglimpfte. So schildern es die beiden Journalisten Philip Rucker und Carol Leonnig in ihrem Enthüllungsbuch "Trump gegen die Demokratie - 'A Very Stable Genius'", aus dem die "Washington Post" nun einen Vorabdruck veröffentlichte .

Demnach soll sich die Beziehung zwischen Tillerson und Trump nach dem Treffen im "Tank" nie wieder erholt haben. Bei dem Gespräch war es um ohnehin schon strittige Punkte gegangen, etwa den Stellenwert der Nato für die amerikanische Sicherheit. Während Mattis noch versucht habe, Trump durch eine Präsentation verständlich zu machen, dass das Militärbündnis auch für die USA - und nicht nur für Europa - von großem Nutzen sei, soll der Präsident auf die wirtschaftlichen Faktoren abgezielt haben. "Uns wird Geld geschuldet, das ihr nicht einsammelt", sagte er demnach. "Ihr würdet komplett bankrottgehen, wenn ihr euer eigenes Unternehmen hättet."

Es ging dem Buch zufolge noch um weitere heikle Themen: Die Stationierung von US-Truppen in Südkorea und ein Abwehrsystem, für das der US-Präsident von den Verbündeten gern Geld eintreiben würde. Danach sei es um den Atom-Deal mit Iran gegangen, dem Trump später tatsächlich die Unterstützung versagen sollte. Am meisten habe den Präsidenten aber das US-Engagement in Afghanistan umgetrieben. Er verlangte demnach von seinen Mitarbeitern eine Erklärung dafür, warum die USA dort noch nicht gewonnen hätten. "Ihr seid alle Verlierer", rief er demnach. "Ihr wisst nicht mehr, wie man gewinnt."

Während Pence, dessen Sohn ebenfalls im US-Militär dient, komplett versteinert geblieben sei angesichts der Tirade, habe Tillerson nicht mehr an sich halten können. "Nein, das ist einfach falsch", soll er gesagt haben, "Mr Präsident, Sie liegen absolut falsch. Nichts davon ist wahr." Die Frauen und Männer, die eine Uniform anzögen, würden das nicht für einen möglichen Profit tun. "Sie tun es, um unsere Freiheit zu beschützen."

Nach dem Treffen soll es aus ihm herausgebrochen sein: Trump sei ein "Moron", ein Schwachkopf. Das Zitat wurde wenig später öffentlich bekannt. Trump bot dem Außenminister daraufhin - angeblich im Scherz - an, ihre Intelligenzquotienten miteinander vergleichen zu lassen. Tillerson soll den Autoren des "Stable Genius"-Buchs zufolge danach gelobt haben, ein solch herabwürdigendes Verhalten des Präsidenten nie wieder schweigend hinzunehmen. Im März 2018 wurde er von Trump entlassen.

"Der Plan von Tillerson, Mattis und Cohn, dem Präsidenten die Vorteile einer internationalen Perspektive aufzuzeigen, ist böse gescheitert", bilanzieren die Autoren.

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