Chef der Militärverwaltung in Cherson Prorussischer Separatistenführer auf Intensivstation in Moskau

Wolodymyr Saldo ist Moskaus Statthalter im besetzten ukrainischen Gebiet Cherson und wird derzeit in einer russischen Spezialklinik behandelt. Ärzte äußern den Verdacht, dass er vergiftet worden sei.
Wolodymyr Saldo (2. v.l.; am 21. Juli 2022) in einem Ausweiszentrum in Cherson

Wolodymyr Saldo (2. v.l.; am 21. Juli 2022) in einem Ausweiszentrum in Cherson

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AA / ddp/abaca press

Wolodymyr Saldo liegt im künstlichen Koma auf einer Intensivstation in Moskau. Er ist der Chef der Militärverwaltung, die Russland im besetzten südukrainischen Gebiet Cherson eingesetzt hat.

»Heute wurde er im künstlichen Koma mit einem Spezialflugzeug von der Krim nach Moskau geflogen«, berichtet der russische Telegram-Kanal »Baza«. Saldos Zustand wird als kritisch beschrieben, eine Vergiftung als mögliche Ursache genannt.

Der 66-Jährige ist gebürtiger Ukrainer. Er war bereits vor der russischen Invasion politisch aktiv und von 2002 bis 2012 Bürgermeister von Cherson, anschließend saß er bis 2014 für die Partei von Ex-Präsident Viktor Janukowitsch im Parlament. 2015 verlor er die Wahl zum Bürgermeister von Cherson. Kurz nach der Besetzung großer Teile der Südukraine etablierten die Russen Saldo dann als Chef der Militärverwaltung in Cherson.

Rapide verschlechterter Zustand

Saldo liegt im Moskauer Sklifosowski-Institut für Notfallmedizin – einer Klinik, die sich auch auf Vergiftungen spezialisiert hat. Er wurde zunächst mit dem Verdacht auf Herzinfarkt und Schlaganfall in ein Krankenhaus eingeliefert, was sich aber nicht bestätigte.

Stattdessen äußerten die Ärzte den Verdacht, dass er vergiftet worden sei. Der Gesundheitszustand verschlechterte sich mit der Zeit rapide, sodass er ins Koma versetzt wurde.

Saldo gilt als eins der Hauptziele ukrainischer Partisanenaktivitäten, die sich in den vergangenen Wochen im Süden der Ukraine verstärkt haben. Am Samstag wurde ein Anschlag auf einen lokalen Beamten der Besatzungsbehörden bekannt.

mamk/dpa
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