Verschwörungsmythos QAnon Ron Watkins will für den US-Kongress kandidieren

Als Administrator anarchischer Webforen half er, den Verschwörungsmythos QAnon groß und gefährlich zu machen. Jetzt will Ron Watkins angeblich nach Washington – im Namen der Republikanischen Partei.
Verschwörungsgläubiger in den USA: Die Bewegung QAnon hat auch in Deutschland Unterstützer

Verschwörungsgläubiger in den USA: Die Bewegung QAnon hat auch in Deutschland Unterstützer

Foto: Dario Lopez-MIlls / AP

Der mit der rechtsextremen Verschwörungsbewegung QAnon  in Verbindung stehende Website-Administrator Ron Watkins hat seine Kandidatur für den US-Kongress angekündigt. Bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus in Arizona im kommenden Jahr wolle er für die Republikanische Partei antreten, erklärte Watkins am Donnerstag über den Messengerdienst Telegram.

Den Sitz, auf den er sich bewerben möchte, hat derzeit Tom O’Halleran inne, ein Politiker der Demokraten, der früher noch Vertreter der Republikaner war. Ob Ron Watkins derzeit selbst in Arizona lebt, ist unklar.

Ron Watkins ist bekennender Unterstützer des früheren Präsidenten Donald Trump. »Präsident Trumps Wahl wurde gestohlen – nicht nur in Arizona, sondern auch in anderen Bundesstaaten«, behauptete er bei Telegram. »Wir müssen diesen Kampf nach Washington, D.C. tragen, um alle schmutzigen Demokraten hinauszuwählen, die unsere Republik gestohlen haben.«

Donald Trump hat seine Wahlniederlage gegen Joe Biden bis heute nicht anerkannt. Der 75-Jährige verbreitet nach wie vor die Falschbehauptung, er sei durch massiven Wahlbetrug um eine zweite Amtszeit gebracht worden. Der umstrittene Ex-Präsident, der sich bei der Parteibasis nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, flirtet immer wieder öffentlich mit einer möglichen Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2024.

Ron Watkins und sein Vater Jim erlangten als Betreiber des Imageboards 8chan sowie von dessen Nachfolgeplattform 8kun im Internet Bekanntheit. Seit 2017 wurden in den Foren unter dem Pseudonym »Q« bizarre Verschwörungserzählungen verbreitet.

Über die Jahre hatte sich daraus die sogenannte QAnon-Bewegung entwickelt, die in den USA bis heute Hunderttausende Anhänger hat. Manche Kenner der Szene sind überzeugt, dass Ron und Jim Watkins wissen, wer hinter »Q« steckte. Für plausibel gehalten wird auch, dass sie beide selbst als »Q« Postings verfasst haben könnten. Ron und Jim Watkins bestreiten dies. Ron Watkins sagt auch, er sei seit vergangenem Jahr kein Administrator mehr bei 8kun.

Die US-Bundespolizei FBI hatte im vergangenen Jahr erklärt, dass sie QAnon als eine mehrerer potenziell gefährlicher rechtsextremer Randgruppen beobachte. Die Bewegung hat auch in Deutschland Unterstützer.

mbö/AFP/AP
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