Biden begrüßt Australiens neuen Premier »Wenn Sie einschlafen, ist das in Ordnung«

Direkt nach seiner Vereidigung reiste Anthony Albanese zu einem Gipfel nach Tokio – und erhielt dafür Anerkennung von Joe Biden. China reagiert derweil verstimmt auf eine US-Ankündigung zur Unterstützung Taiwans.
Australiens neuer Premier Albanese, US-Präsident Biden in Tokio: »Es ist wirklich ziemlich außergewöhnlich«

Australiens neuer Premier Albanese, US-Präsident Biden in Tokio: »Es ist wirklich ziemlich außergewöhnlich«

Foto: Yuichi Yamazaki / POOL / EPA

Dem neuen australischen Premier Anthony Albanese bleibt nicht viel Zeit für die Eingewöhnung ins neue Amt. Nur Stunden nach seinem Sieg bei der Parlamentswahl in Australien am Samstag und seiner Vereidigung im Blitzverfahren am Montag ist der Regierungschef nun zu seinem ersten Gipfeltreffen nach Japan gereist.

Beim Treffen Quadrilateral Security Dialogue (Quad) in Tokio, einem informellen Gesprächsformat an dem Australien, Indien, Japan und die USA teilnehmen, zollte ihm US-Präsident Joe Biden Respekt. Er wisse nicht, wie Albanese das straffe Programm durchhalte. »Es ist wirklich ziemlich außergewöhnlich – direkt aus dem Wahlkampf«, sagte Biden. Biden signalisierte Verständnis, sollte Albanese von großer Müdigkeit heimgesucht werden: »Wenn Sie also einschlafen, während Sie hier sind, ist das in Ordnung.«

Bei dem Quad-Treffen wird indes auch über ernste Themen debattiert. So bekräftigte Biden noch einmal, dass die USA Taiwan im Falle einer chinesischen Attacke militärisch unterstützen würden. Die USA verfolgten mit Blick auf Taiwan weiter eine Politik der »strategischen Zweideutigkeit«. Dabei sichern die USA zwar Taiwan Unterstützung beim Aufbau von dessen Verteidigungsfähigkeiten zu, versprechen aber nicht ausdrücklich, der Insel im Falle eines Krieges zu Hilfe zu kommen. »Die Politik hat sich überhaupt nicht geändert«, sagte Biden.

China wirft Biden vor, »mit dem Feuer zu spielen«

Die Aussage sorgte umgehend für Aufregung und scharfe Reaktionen aus China, auch wenn Biden sich im vergangenen Oktober bereits ähnlich geäußert hatte. China warf Biden vor, »mit dem Feuer zu spielen«.

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Taiwan stand bei dem Quad-Treffen nicht offiziell auf der Agenda. Allerdings hatte Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine Befürchtungen geweckt, China könnte nun versuchen, den Inselstaat zu attackieren.

Statement gegen Versuche zur »gewaltsamen Änderung des Status quo«

Japan, die USA, Indien und Australien wendeten sich gemeinsam gegen Versuche einer »gewaltsamen Änderung des Status quo« in einer Weltregion, teilte Japans Ministerpräsident Fumio Kishida mit. Da »Russlands Invasion in die Ukraine die fundamentalen Prinzipien der internationalen Ordnung« erschüttere, hätten Biden, Albanese, Indiens Premierminister Narendra Modi, und er selbst »bestätigt, dass einseitige Versuche, den Status quo gewaltsam zu ändern, niemals irgendwo toleriert werden«, so Kishida.

fek/AFP/Reuters