Zur Beisetzung der Queen Bin Salman reist nach London – Kashoggi-Verlobte wünscht sich Verhaftung

Vier Jahre nach der Ermordung von Jamal Kashoggi ist der laut US-Geheimdiensten Verantwortliche zurück auf der Weltbühne: Mohammed bin Salman soll für die Beisetzung der Queen nach London reisen. Das sorgt für Kritik.
Mohammed bin Salman reist nach London (Foto von Dezember 2021)

Mohammed bin Salman reist nach London (Foto von Dezember 2021)

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BANDAR AL-JALOUD / AFP

Die Gästeliste für die Beisetzung von Queen Elizabeth II. am Montag in London ist groß. Sowohl was die Länge als auch die Namen angeht: Etwa 2000 Menschen sind geladen, darunter US-Präsident Joe Biden, der französische Präsident Emmanuel Macron, EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen oder der japanische Kaiser Naruhito.

Im Vereinigten Königreich regt sich jedoch auch Widerstand gegen die Gästeliste. Und nicht nur wegen des stramm rechten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, der darauf steht. Auch ein im Westen lange geächteter Name soll der Queen in London die letzte Ehre erweisen: Mohammed bin Salman.

Zumindest teilte die saudische Botschaft mit, dass der saudische Kronprinz nach London reisen werde. Unklar ist, ob er auch am offiziellen Teil teilnehmen wird.

Das Problem: Saudi-Arabiens De-facto-Machthaber wird bis heute die Ermordung von Jamal Kashoggi vorgeworfen. Im Jahr 2018 war der Journalist im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul auf brutalste Weise getötet worden. US-Geheimdienste sehen bin Salman in der direkten Verantwortung.

Kashoggi-Verlobte wünscht sich Verhaftung von bin Salman

Hatic Cengiz, die mit Kashoggi verlobt war, bezeichnete die angekündigte Reise nach London als »Schande« für das Andenken der Monarchin und als Versuch bin Salmans, »Legitimation und Normalisierung« zu erreichen. Sie wünsche sich, dass der Kronprinz wegen Mordes verhaftet werde, wenn er in London lande, sagte Cengiz dem »Guardian« . Sie glaube aber nicht daran.

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Seit dem Fall Kashoggi war es ruhig um bin Salman geworden. In diesem Sommer feierte er jedoch gewissermaßen ein Comeback: Im Juli reiste bin Salman erstmals nach dem Mord nach Europa und besuchte Griechenland und Frankreich, wo er auch Staatspräsident Emmanuel Macron traf . Zuvor hatte ihm bereits US-Präsident Biden einen Besuch abgestattet.

Hintergrund der Besuche sind wohl die explodierenden Energiepreise als Folge des Ukrainekriegs. Biden etwa wollte mit seinem Besuch, den er per Fistbump mit dem Machthaber zelebrierte , die Erhöhung der saudi-arabischen Fördermengen erreichen. Und damit den Ölpreis senken. Das misslang jedoch.

Doch nicht nur energiepolitisch ist Saudi-Arabien trotz der kritisierten Menschenrechtslage wichtig für den Westen. Das Land gilt als Verbündeter etwa der USA gegen den Expansionsdrang von Iran im Persischen Golf. Vor allem unter Donald Trump hatten sich die Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien vertieft .

hba
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