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Hariri-Mordanschlag 2005 Libanon-Tribunal spricht Hisbollah-Unterstützer schuldig

Ein Hisbollah-Unterstützer ist in Abwesenheit für den tödlichen Anschlag auf Libanons Regierungschef Rafiq al-Hariri verurteilt worden. Eine direkte Beteiligung der Miliz wurde nicht bewiesen.
Anschlagsort in Beirut: Hier detonierte eine in einem Lastwagen versteckte Bombe, die den libanesischen Regierungschef Rafiq al-Hariri und 21 weitere Menschen tötete

Anschlagsort in Beirut: Hier detonierte eine in einem Lastwagen versteckte Bombe, die den libanesischen Regierungschef Rafiq al-Hariri und 21 weitere Menschen tötete

Foto: AP

Das Verfahren dauerte elf Jahre, nun hat das Libanon-Tribunal der Uno einen Schuldigen für die Ermordung des libanesischen Regierungschefs Rafiq al-Hariri ausgemacht: Die Haager Richter verurteilten Hisbollah-Unterstützer Salim Dschamil Ayyash, die Tat geplant und vorbereitet zu haben.

Ayyash sei schuldig in allen Anklagepunkten, also der Planung und Durchführung eines Terroranschlages sowie des 22-fachen Mordes und 226-fachen versuchten Mordes durch eine Sprengstoffexplosion.

Bei den drei weiteren angeklagten Hisbollah-Unterstützern hätten die Beweise hingegen nicht ausgereicht. Auch eine Beteiligung der Hisbollah-Führung an dem verheerenden Attentat habe nicht gerichtsfest belegt werden können.

Der Richterspruch erfolgte in Abwesenheit des Angeklagten, der flüchtig ist. Ein Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt. Es gilt als unwahrscheinlich, dass der Verurteilte die Strafe je wird antreten müssen.

Premierminister Hariri war am 14. Februar 2005 bei einem Bombenattentat auf seine Fahrzeugkolonne in Beirut getötet worden. 21 weitere Menschen kamen bei der schweren Explosion einer Lastwagenbombe ums Leben.

Der Multimillionär Hariri hatte sich im Libanon um den Wiederaufbau des im Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 stark zerstörten Beirut verdient gemacht. Als Premier pflegte der Sunnit gute Verbindungen zu den USA und ihren arabischen Verbündeten. Iran und Syrien fürchteten unter ihm um ihren Einfluss auf den Libanon.

Rafiq al-Hariri vor dem libanesischen Parlament am 14. Februar 2005, Minuten vor dem Attentat

Rafiq al-Hariri vor dem libanesischen Parlament am 14. Februar 2005, Minuten vor dem Attentat

Foto: AP

Das Tribunal zum Hariri-Mord in Den Haag hatte im März 2006 seine Arbeit aufgenommen. Dem SPIEGEL lagen ab 2010 erste Hinweise vor, die eine Täterschaft von Hisbollah-Mitgliedern als wahrscheinlich erscheinen ließen.

cht/Reuters