Neue Eskalationsstufe Nordkorea feuert Rakete ab – Alarm in Japan

Zum fünften Mal innerhalb weniger Tage hat das Regime in Pjöngjang eine ballistische Rakete abgefeuert. Bevor sie ins Meer stürzte, überflog sie offenbar japanisches Hoheitsgebiet – die Empörung ist groß.
Ein japanischer TV-Sender berichtet über den jüngsten Raketentest Nordkoreas

Ein japanischer TV-Sender berichtet über den jüngsten Raketentest Nordkoreas

Foto: Kimimasa Mayama / EPA

Nordkorea hat seine jüngste Serie von Raketentests fortgesetzt. Die ballistische Mittelstreckenrakete sei am Dienstag in Richtung des Japanischen Meeres (koreanisch: Ostmeer) und über die japanische Inselgruppe geflogen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Sie berief sich  dabei auf Angaben des Militärs.

Demnach handelt es sich um Nordkoreas ersten Start einer Mittelstreckenrakete seit mehr als acht Monaten. Die Rakete sei in der nördlichen nordkoreanischen Provinz Jagang nahe der Grenze zu China gestartet worden. Sie erreichte ersten Schätzungen zufolge eine Distanz von 4500 Kilometern und eine maximale Flughöhe von rund 970 Kilometern.

Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol sprach von einer »rücksichtslosen« Provokation und rief dazu auf, »entsprechende Maßnahmen« zu ergreifen, wie Yonhap berichtete.

Das Büro des japanischen Regierungschefs twitterte , das Geschoss sei wahrscheinlich über Japan geflogen. Fumio Kishida selbst erklärte, man verurteile die »barbarischen« Handlungen Nordkoreas aufs Schärfste. Kabinettschef Hirokazu Matsuno sprach zudem von einer »unmittelbaren Bedrohung« für die Region und die Weltgemeinschaft.

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Der staatliche japanische Rundfunksender NHK meldete, die Regierung in Tokio habe die Menschen in zwei nördlichen Regionen des Landes aufgefordert, Schutz zu suchen. Auch die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, der Raketenstart habe einen seltenen öffentlichen Raketenalarm ausgelöst: Damit seien die Bewohner der nordjapanischen Insel Hokaido und der Präfektur Aomori an der Nordspitze der japanischen Hauptinsel Honshu mit Warnmeldungen aufgefordert worden, Schutz in ihren Häusern zu suchen.

Es war das siebte Mal überhaupt, dass Nordkorea eine Rakete über Japan geschossen hat; und das erste Mal seit knapp fünf Jahren. Die Rakete landete nach japanischen Angaben rund 3000 Kilometer östlich von Japan im Pazifischen Ozean. Laut Angaben von Japans Verteidigungsminister Yasukazu Hamada handelt es sich um die weiteste horizontalen Entfernung einer Rakete Nordkoreas.

Der japanische Regierungschef Kishida bei einer Pressekonferenz nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas

Der japanische Regierungschef Kishida bei einer Pressekonferenz nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas

Foto:

KYODO / via REUTERS

Zuletzt hatte Nordkorea am Samstag zwei ballistische Raketen getestet – das war der vierte Raketenabschuss innerhalb einer Woche gewesen.

Uno-Resolutionen untersagen Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf befördern können. Die zuletzt gehäuften Raketentests Nordkoreas werden von Expertinnen und Experten auch als Reaktion auf die kürzlich abgehaltenen Seemanöver südkoreanischer und US-amerikanischer Streitkräfte gewertet. An den viertägigen Marineübungen hatte auch der Flugzeugträger »USS Ronald Reagan« teilgenommen. Es war die erste Entsendung eines US-Flugzeugträgers nach Südkorea seit fast vier Jahren.

Nordkorea wirft den USA regelmäßig vor, durch ihre Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten – was von beiden Ländern bestritten wird. Die Spannungen in der Region haben nach einer Reihe von Tests mit atomwaffenfähigen Raketen durch Nordkorea in diesem Jahr deutlich zugenommen. Zudem soll das Land Berichten zufolge den Abschuss einer ballistischen U-Boot-Rakete sowie möglicherweise auch seinen ersten Atomtest seit 2017 vorbereiten.

aar/AFP/dpa
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