Norderweiterung der Nato Erdoğan weiter nicht kompromissbereit

Einen Tag vor dem Nato-Gipfel in Madrid hat der türkische Präsident erneut seine Blockadehaltung gegen den Beitritt Schwedens und Finnlands betont. Er wirft ihnen »Scheinheiligkeit« gegenüber »Terrororganisationen« vor.
Recep Tayyip Erdoğan

Recep Tayyip Erdoğan

Foto: Gonzalo Fuentes / REUTERS

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat keine Kompromissbereitschaft in Sachen Nato-Norderweiterung signalisiert. »Morgen werden wir zum Nato-Gipfel in Spanien gehen und alles Notwendige im Einklang mit den Rechten und Interessen unseres Landes tun«, sagte Erdoğan nach Regierungsangaben. Den Gesprächspartnern werde man die »Scheinheiligkeit« gegenüber »Terrororganisationen« mit »Dokumenten, Informationen und Bildern« erklären.

Erdoğan hat Einspruch gegen den Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands eingelegt. Er wirft ihnen Unterstützung von »Terrororganisationen« vor. Die 30 Nato-Staaten treffen sich ab Dienstag zu einem mehrtägigen Gipfel in Madrid.

Mitgliedstaaten wollen Erdoğan überzeugen

Am Rande des Treffens soll noch einmal versucht werden, die türkische Blockadehaltung zu überwinden. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg trifft dazu Schwedens Regierungschefin Magdalena Andersson, den finnischen Präsidenten Sauli Niinistö sowie Erdoğan.

Der türkische Hinweis auf »Terrororganisationen« bezieht sich auf die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die syrische Kurdenmiliz YPG, die Schweden und Finnland angeblich unterstützten – was beide Länder zurückweisen. Schweden und Finnland haben bereits Mitte Mai die Aufnahme in die Nato beantragt.

Erdoğan wiederholte zudem seine Ankündigung einer neuen Offensive in Syrien. Die werde beginnen, sobald die Vorbereitungen abgeschlossen seien. Ankara begründet diese mit dem Kampf gegen die YPG. Das Land hält bereits Gebiete im Norden Syriens besetzt.

svs/dpa
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