Parteiübergreifender Gesetzentwurf Republikaner und Demokraten wollen evakuierten Afghanen US-Staatsbürgerschaft ermöglichen

Rund 76.000 Afghaninnen und Afghanen flohen nach der Machtübernahme der Taliban in die USA. Bevor ihre Visa auslaufen, sollen sie nun eingebürgert werden – einigen einwanderungsfeindlichen Republikanern zum Trotz.
Zwei geflüchtete afghanische Mädchen auf der US-Armeebasis in Ft. McCoy, Wisconsin

Zwei geflüchtete afghanische Mädchen auf der US-Armeebasis in Ft. McCoy, Wisconsin

Foto: Barbara Davidson / AFP

Vor einem Jahr zogen die USA und ihre Verbündeten nach einem jahrelangem, verlustreichen Einsatz aus Afghanistan ab, die Taliban überranten erneut das Land. Zehntausende Afghaninnen und Afghanen hoffen seither auf ein neues Leben in den USA – nun soll ein gemeinsames Gesetz von Demokraten und Republikanern ihnen den Weg zur amerikanischen Staatsbürgerschaft ebnen. Die Parteien haben in beiden Häusern des Kongresses einen entsprechenden Gesetzentwurf eingebracht.

»Wir müssen unsere Verpflichtung einhalten, denjenigen eine sichere und legale Zuflucht zu bieten, die bereitwillig ihr Leben aufs Spiel setzten, um die US-Mission in Afghanistan zu unterstützen«, sagte der demokratische Abgeordnete Earl Blumenauer, der den Gesetzentwurf zusammen mit dem Republikaner Peter Meijer vorgelegt hat.

Rund 76.000 Afghaninnen und Afghanen waren nach dem Abzug der US-Truppen mit befristeten Visa in die Vereinigten Staaten eingereist. Diese laufen nach zwei Jahren aus. Ihnen soll nun ein dauerhafter legaler Status ermöglicht werden, wenn sie sich zusätzlichen Hintergrundüberprüfungen unterziehen. Auch soll die Berechtigung für spezielle Einwanderungsvisa (SIVs) auf Afghanen, die an der Seite der US-Streitkräfte gekämpft haben, und Frauen, die in speziellen Teams zur Terrorismusbekämpfung gedient haben, ausgeweitet werden.

Gibt es Widerstand der einwanderungsfeindlichen Republikaner?

Identische Versionen des Entwurfs wurden nur wenige Tage vor dem ersten Jahrestag des Abzugs der US-Truppen und der chaotischen Evakuierungsoperation beiden Häusern vorgelegt. Drei Republikaner, darunter Senator Lindsey Graham, haben zusammen mit drei Demokraten den sogenannten Afghanistan Adjustment Act in den paritätisch besetzten Senat eingebracht und damit die Chancen auf eine Verabschiedung erhöht. Dennoch sagte ein Berater des Kongresses unter der Bedingung der Anonymität, dass die Maßnahme wahrscheinlich auf den Widerstand der einwanderungsfeindlichen Republikaner stoßen wird.

mrc/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.