Unruhen in Burkina Faso Präsident Roch Kaboré von Soldaten festgesetzt

In Ouagadougou kam es am Wochenende zu Meutereien von Soldaten. Die Regierung von Burkina Faso verhängte daraufhin eine Ausgangssperre. Die Aufständischen halten Präsident Kaboré mittlerweile in einem Militärlager fest.
Ouagadougou nach dem Putsch

Ouagadougou nach dem Putsch

Foto: Olympia de Maismont / AFP

Burkina Fasos Präsident Roch Kaboré wird von meuternden Soldaten in einem Militärlager festgehalten, wie mehrere Medien übereinstimmend berichtet. Zuvor wurden in der Nähe der Privatresidenz des Präsidenten Schüsse abgegeben.

Die meuternden Soldaten würden in wenigen Stunden eine Erklärung abgeben, wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf einen hochrangigen Soldat berichtet, der anonym bleiben wollte. Das Gebäude des nationalen Fernsehsenders in der Hauptstadt wurde demnach am Montagmorgen bereits von ihnen umstellt.

Schon im Laufe des Sonntags hatten Soldaten in mehreren Kasernen des Landes Schüsse abgegeben, um nach eigenen Angaben die Entlassung einiger führender Armeechefs sowie bessere Ausrüstung zu fordern. Demonstranten errichteten in der Hauptstadt Straßensperren, wurden jedoch von der Polizei vertrieben.

Regierung verhängt Ausgangssperre

Westafrikas wirtschaftliche Staatengemeinschaft Ecowas erklärte, sie unterstütze die Regierung. Sie rief die meuternden Soldaten zum Dialog auf. Die US-Botschaft in Ouagadougou blieb »aufgrund der anhaltenden Sicherheitsbedenken« geschlossen. Erst Mitte Januar hatte die Armee mehrere Soldaten eines Putschversuchs beschuldigt und festgenommen. Am Samstag forderten Hunderte Demonstranten Kaborés Rücktritt. Am Sonntagabend wurde dann eine Ausgangssperre verhängt. Zwischen 20 Uhr und 5.30 Uhr dürfe landesweit niemand auf die Straße, wie Kaboré per Dekret mitteilte.

Burkina Faso gilt als eines der ärmsten Länder der Welt und ist mit seinen 21 Millionen Einwohnern wegen des Klimawandels und zunehmenden islamistischen Terrors in einer Krise. Mehr als eine Million Einwohner gelten als Binnenvertriebene. Viele Milizen, die zum Teil dem »Islamischen Staat« (IS) oder al-Qaida die Treue geschworen haben, agieren über die Grenzen zu Mali und der Zentralafrikanischen Republik hinweg.

Im Dezember entließ Präsident Kaboré seinen Ministerpräsidenten Christophe Dabiré, nachdem dieser offiziell seinen Rücktritt eingereicht hatte, was die Entlassung seines Kabinetts zur Folge hatte. Die Entscheidung wurde kommentarlos in den Abendnachrichten verlesen.

svs/dpa/Reuters/AFP
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