Russlandaffäre Roger Stone zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt

Der frühere Berater von US-Präsident Donald Trump muss wegen Falschaussage und Zeugenbeeinflussung 40 Monate ins Gefängnis. Zuletzt hatte sich Trump in dem Verfahren für ihn stark gemacht.
Roger Stone mit seiner Frau auf dem Weg zu seiner Verhandlung

Roger Stone mit seiner Frau auf dem Weg zu seiner Verhandlung

Foto: Drew Angerer/ AFP

In der Russlandaffäre ist der frühere Berater von US-Präsident Donald Trump, Roger Stone, zu knapp dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Eine Richterin in der Hauptstadt Washington verhängte am Donnerstag eine 40-monatige Haftstrafe gegen Stone wegen Falschaussage und Zeugenbeeinflussung. Zuletzt hatte sich Trump in dem Verfahren wiederholt öffentlich für seinen früheren Politikberater stark gemacht und damit scharfe Kritik auf sich gezogen.

Die Haftstrafe fällt damit deutlich geringer aus, als die Staatsanwälte empfohlen hatten. Eigentlich hatten die Ankläger für den ehemaligen Trump-Berater sieben bis neun Jahre Haft gefordert. Doch dann wetterte der Präsident via Tweet, das sei eine "furchtbare und sehr unfaire Situation" und sprach von einer "Verfehlung der Justiz". Obwohl sich das Justizministerium für gewöhnlich nicht gegen Empfehlungen von Staatsanwälten stellt, hatten führende Beamte des Ministeriums kurz darauf das angepeilte Strafmaß kritisiert. Sie bezeichneten den Vorschlag der Ankläger als "exzessiv und ungerechtfertigt". Das Ministerium empfahl dem Gericht ein "deutlich geringeres" Strafmaß. Alle vier mit dem Fall befassten Staatsanwälte erklärten daraufhin ihren Rücktritt.

Stone war bereits im November von einer Jury in mehreren Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Ihm wurden im Zusammenhang mit Kontakten zur Enthüllungsplattform Wikileaks unter anderem Falschaussagen, Behinderung von Ermittlungen und Beeinflussung von Zeugen zur Last gelegt. Stone hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Hintergrund sind die Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller dazu, ob es im Präsidentschaftswahlkampf 2016 Absprachen des Trump-Lagers mit Russland gab. Stone hatte 2015 für Trump gearbeitet und stand auch danach weiter in Kontakt mit ihm, als eine Art informeller Berater.

mfh/AFP/dpa
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