Tichy-Nachfolge Roland Koch ist neuer Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung

Im Portal des Publizisten Roland Tichy wurde SPD-Politikerin Sawsan Chebli sexistisch angegangen. Nach scharfer Kritik trat Tichy vom Vorsitz der Ludwig-Erhard-Stiftung zurück. Jetzt ist ein Nachfolger gefunden.
Roland Koch: »Wieder in ruhiges Fahrwasser kommen«

Roland Koch: »Wieder in ruhiges Fahrwasser kommen«

Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) ist zum neuen Vorsitzenden der Ludwig-Erhard-Stiftung gewählt worden. Das teilte die Stiftung in Bonn mit. Koch tritt die Nachfolge des im Zusammenhang mit frauenfeindlichen Äußerungen in die Kritik geratenen Journalisten Roland Tichy an. Tichy hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt.

Koch betonte nach seiner Wahl, die Ludwig-Erhard-Stiftung müsse »wieder in ruhiges Fahrwasser kommen«. Der neue Vorstand sei jünger und weiblicher als je zuvor. Anspruch der Stiftung bleibe es, eine beachtete Stimme der Befürworter der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und darüber hinaus zu sein – auch und gerade in der Coronakrise. Es werde in diesen Monaten »als völlig selbstverständlich, ja als eigentlich erfreulich angesehen, dass wir immer stärkerer Regulierung und einem immer stärkeren staatlichen Einfluss unterliegen«, so Koch. »Manches ist derzeit unvermeidbar, kann aber nicht die Zukunft unseres Landes sein.«

Der Vater des deutschen Wirtschaftswunders, der frühere Wirtschaftsminister und Kanzler Ludwig Erhard (CDU), gründete die Stiftung 1967. Sie sollte die Idee der sozialen Marktwirtschaft unter anderem durch Veranstaltungen verbreiten und stützen.

Tichy war wegen eines frauenfeindlichen Artikels in seinem rechtskonservativen Onlineportal »Tichys Einblick« in die Kritik geraten. Ein frauenfeindlicher Beitrag über die SPD-Politikerin Sawsan Chebli hatte für breite Empörung gesorgt. Unter anderem hatte deswegen Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) ihre Mitgliedschaft in der Stiftung gekündigt. In der Mitteilung vom Freitag hieß es, Tichy sei turnusgemäß aus dem Stiftungsvorstand ausgeschieden.

Koch war von 1999 bis 2010 hessischer Ministerpräsident. Danach arbeitete er unter anderem als Vorstandschef des Dienstleistungs- und Baukonzerns Bilfinger und als Aufsichtsrat beim Kommunikationskonzern Vodafone Deutschland.

asa/AFP/dpa
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