Völkermord Ruanda fordert Frankreich zu Auslieferung von mutmaßlichem Kriegsverbrecher auf

Ermittler haben Aloys Ntiwiragabo im Norden Frankreichs aufgespürt. Jetzt soll der ehemalige Chef des ruandischen Militärgeheimdienstes in seiner Heimat vor Gericht gestellt werden.

Er gilt als einer der Drahtzieher des Völkermords in Ruanda. Nun haben Ermittler den ehemaligen ruandischen Geheimdienstchef Aloys Ntiwiragabo in Orléans im Norden Frankreichs aufgespürt.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Kigali teilte mit, Ntiwiragabo sei wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Fahndung ausgeschrieben. Die Regierung in Kigali habe einen internationalen Haftbefehl erlassen. Außerdem habe Ruanda bei Frankreich die Auslieferung Ntiwiragabos angefragt.

"Als einer der Architekten des Genozids ist es wichtig, dass er in seiner Heimat vor Gericht gestellt wird. Das wird den Überlebenden nach so vielen Jahren ein Gefühl der Gerechtigkeit geben", hieß es von der Staatsanwaltschaft.

In Frankreich laufen derzeit bereits Vorermittlungen gegen den Mann. Ntiwiragabo war während des Völkermords in Ruanda Chef des Militärgeheimdienstes. Bei dem Genozid in dem Land waren 1994 rund 800.000 Menschen getötet worden.

Erst im Mai war in Frankreich bereits ein anderer mutmaßlicher Drahtzieher des Völkermordes, der heute über 80-jährige Félicien Kabuga, gefasst worden. Er war mehr als zwei Jahrzehnte auf der Flucht gewesen. Im Juni wurde entschieden, ihn an ein Uno-Gericht zu überstellen.

bmo/dpa
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