Erneuter Zwischenfall Russische Drohne offenbar in Rumänien abgestürzt

Im Norden Rumäniens ist laut örtlichen Berichten ein unbemannter Flugkörper russischer Herstellung abgestürzt. Es ist der zweite derartige Vorfall innerhalb weniger Tage im Nato-Raum.
Bergung der abgestürzten Drohne vom Typ Tu-141 vergangene Woche nahe Zagreb in Kroatien

Bergung der abgestürzten Drohne vom Typ Tu-141 vergangene Woche nahe Zagreb in Kroatien

Foto: IMAGO/Slavko Midzor/PIXSELL / IMAGO/Pixsell

Die rumänische Staatsanwaltschaft hat nach der Entdeckung eines »unbemannten Flugzeugs« im nördlichen Landkreis Bistritz-Nassau Ermittlungen aufgenommen. Bei dem abgestürzten Gerät handelt es sich offenbar um eine Drohne aus russischer Herstellung, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.

Nach Angaben des Portals »Defense Romania« , das Bilder des Wracks und regionale Medienberichte ausgewertet haben will, soll es sich um eine Orlan-10-Überwachungs- und Aufklärungsdrohne handeln. Die Orlan-10 ist ein unbemanntes Mehrzweck-Luftfahrzeug (UAV) mittlerer Reichweite, das die russische Firma Special Technology Center (STC) für das russische Militär entwickelte.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Facebook, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Polizei des Kreises Bistritz teilte mit, ein junger Mann habe die Drohne auf einem Feld in der Nähe seines Hauses gefunden. Da das Fluggerät offenbar keine Markierungen aufwies, konnte »die Herkunft des Flugzeugs nicht geklärt und sein Besitzer nicht identifiziert werden«, so die Staatsanwaltschaft des Kreises Cluj.

Absturz auch in Kroatien

Die Drohne sei für verschiedene Missionen vorgesehen, darunter Luftaufklärung, Beobachtung, Überwachung, Such- und Rettungseinsätze, Kampftraining, Störsender, Funksignalerkennung und Zielverfolgung in schwierigem Terrain, heißt es auf dem Portal »Defense Romania«. Das Fluggerät habe eine Spannweite von 3,1 Meter. Das Gewicht könne zwischen 12,5 und 16,5 Kilogramm variieren, heißt es weiter.

Deutlich größer und schwerer war eine Drohne, die vergangene Woche nahe der kroatischen Hauptstadt Zagreb abgestürzt war. Dabei handelte es sich um eine Maschine vom Typ Tupolew Tu-141. Die 14 Meter lange und mehr als sechs Tonnen schwere Drohne aus sowjetischer Produktion war am Donnerstagabend rund sechs Kilometer vom Zagreber Stadtzentrum und nur 200 Meter von einem Wohngebiet entfernt in einen Park gestürzt. Nach dem Absturz der offenbar von ukrainischem Gebiet aus gestarteten Militärdrohne hatte Kroatiens Ministerpräsident Andrej Plenković eine bessere Kooperation innerhalb der Nato angemahnt.

col/AP/AFP