Krankenhaus in Omsk Russischer Chefarzt nach Nawalny-Behandlung befördert

Alexander Murachowski ist bei den Behörden offenbar wohlgelitten. Wenige Wochen nachdem er bei Kremlkritiker Alexej Nawalny eine Vergiftung ausgeschlossen hatte, geht es für ihn beruflich voran.
Alexander Murachowski bei einer Pressekonferenz im August

Alexander Murachowski bei einer Pressekonferenz im August

Foto: Evgeniy Sofiychuk / dpa

Der Chefarzt des russischen Krankenhauses in Omsk, in dem der vergiftete Kremlkritiker Alexej Nawalny kurzzeitig behandelt worden war, ist zum Leiter des regionalen Gesundheitsministeriums befördert worden. Alexander Murachowskis Kandidatur für den Posten sei von der Spitze des russischen Gesundheitsministeriums bestätigt worden, teilten die örtlichen Behörden am Samstag mit. Murachowski gehörte zu der Gruppe von russischen Ärzten, die bei Nawalny eine Vergiftung verneint und seine Ausreise nach Deutschland abgelehnt hatten. 

Nawalny war Ende August auf einem Flug vom sibirischen Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Zunächst wurde er nach einer Notlandung der Maschine im Krankenhaus in Omsk behandelt. Zwei Tage später wurde er, noch im Koma liegend, zur Behandlung in die Berliner Universitätsklinik Charité gebracht. Der Kremlkritiker hält sich weiterhin in Deutschland auf.

Murachowski hatte nach Nawalnys Einlieferung im August erklärt, der Kremlkritiker habe eine Stoffwechselstörung. Die Ursache dafür sei ein niedriger Blutzuckerwert. Im Körper des 44-Jährigen habe man keine Spuren von Gift entdeckt. Bei einer Chemikalie, die an Nawalnys Kleidung und Haut gefunden worden sei, handele es sich um einen chemischen Stoff, der auch bei der Produktion von Plastikbechern eingesetzt werde. "Der wurde nicht im Blut, sondern an Nawalnys Haut und der Kleidung entdeckt", sagte er.

"Wir haben sein Leben mit großer Mühe und Arbeit gerettet", hatte Murachowski auf einer Pressekonferenz in Omsk seinerzeit erklärt. "Wenn wir eine Art Gift gefunden hätten, das sich irgendwie bestätigt hätte, wäre es für uns viel einfacher gewesen."

Nach Angaben von drei europäischen Labors, deren Ergebnisse von der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) bestätigt wurden, wurde Nawalny mit einem Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Die russische Regierung weist den Verdacht zurück, dass staatliche russische Stellen Nawalny gezielt vergiftet haben könnten.

mak/afp
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