Diplomatischer Schlagabtausch Russland droht mit Schließung seiner Botschaft in Bulgarien

Zuletzt kappte Moskau die Gaslieferungen nach Bulgarien, folgen nun die diplomatischen Beziehungen? Nach der Ausweisung Dutzender russischer Diplomaten aus Sofia erwägt das Land offenbar Gegenmaßnahmen.
Bulgarische Botschaft in Moskau (Foto aus dem Jahr 2021)

Bulgarische Botschaft in Moskau (Foto aus dem Jahr 2021)

Foto: Alexander Nemenow / AFP

Die Ankündigung Bulgariens, 70 russische Diplomaten des Landes zu verweisen, sorgt in Moskau für Verstimmungen. Russland erwägt nun offenbar, die diplomatischen Beziehungen mit dem südosteuropäischen Staat komplett abzubrechen.

Russlands Aufforderung an Bulgarien, die bislang größte Diplomatenausweisung in dem EU-Land zurückzunehmen, sei ignoriert worden, kritisierte Russlands Botschafterin in Sofia, Eleonora Mitrofanowa, laut der Agentur Interfax. Deshalb werde nun die Schließung der gesamten russischen Botschaft diskutiert. Das wiederum würde »unweigerlich« auch das Ende für die Arbeit von Bulgariens Botschaft in Moskau bedeuten, so Mitrofanowa.

Mitrofanowa hatte Sofia zuvor ein Ultimatum bis Freitagmittag gesetzt, die Ausweisung der Diplomaten zurückzunehmen. Bulgariens scheidender Premierminister Kiril Petkow hatte dies am Freitag zurückgewiesen.

Spionagevorwürfe gegen Russland bestehen bereits seit Jahren

Bulgarien hatte am Dienstag die Ausweisung der russischen Diplomaten bis Ende dieser Woche angekündigt. Ein Großteil der Diplomaten habe »direkt für fremde Dienste« gearbeitet, hieß es zur Begründung. Der einstige Ostblockstaat hat in der Vergangenheit immer wieder russische Diplomaten wegen Spionagevorwürfen des Landes verwiesen  – seit 2019 waren es insgesamt 21.

Das EU- und Nato-Land Bulgarien verurteilt den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zudem hat sich Sofia geweigert, für russisches Gas in Rubel zu bezahlen. Deswegen stellte der russische Energiekonzern Gazprom bereits die Gaslieferungen nach Bulgarien ein.

fek/dpa/Reuters
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